Klimawandel - Weltklimarat fordert Umbau des Energiesektors Die Erderwärmung schreitet schneller voran als erwartet. Eine Verfehlung des 1,5-Grad-Ziels könnte dramatische Folgen haben. © Foto: Sean Rayford/Getty Images

Erderwärmung? Immer heißere Sommer, mehr Dürren und Ernteausfälle? Der Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel – er handelt nur vordergründig von Temperaturen. In Wahrheit stellt der Weltklimarat IPCC mit dem Schriftstück, das an diesem Montag vorgestellt wurde, vielmehr die Frage nach dem Risiko. Welches Risiko ist die Menschheit bereit zu tragen? Und auf wessen Kosten?

Seit 1990 präsentiert das Gremium regelmäßig den wissenschaftlichen Sachstand zur menschengemachten Erderwärmung. Immer präziser wird das Problem beschrieben, immer exakter die Rolle des Menschen dabei herausgearbeitet. Mittlerweile skizzieren die Berichte auch immer detaillierter die Verwüstungen, die den Klimawandel heute schon spürbar machen. Und Szenarien, wie es weitergeht, wenn wir das klimaschädliche Leben nicht endlich umstellen. Die Frage lautet längst nicht mehr, ob wir die globale Erwärmung noch aufhalten können. Sondern lediglich, an welchem Punkt.

Wie weit das Problem in dem Moment vorangeschritten sein wird, in dem wir es entschärfen, entscheidet maßgeblich darüber, welche Gefahren auf die folgenden Generationen zukommen. Gelänge es, den Anstieg der Globaltemperatur auf 1,5 Grad Celsius bis zum Ende des Jahrhunderts zu begrenzen, werden – so die derzeitige Einschätzung der überwiegenden Zahl der Klimawissenschaftlerinnen und -wissenschaftler – die wetterbedingten Verwerfungen noch beherrschbar bleiben. Würde die Globaltemperatur allerdings die Zwei-Grad-Marke im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erreichen, wüchse die Gefahr, dass sich unumkehrbare Klimaveränderungen in Gang setzen – von der Klimaforschung Kippelemente genannt. Dann würde das Risiko, dass die menschliche Zivilisation den veränderten Wetterprozessen hilflos ausgesetzt wird, auf 33 Prozent steigen, prognostizieren die Experten und Expertinnen des Weltklimarats.

Joe Raedle/Getty Images
Klimawandel! Was heißt das?

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Die Erderwärmung bedroht die Welt, aber wie genau? Wir erklären Wetter, Klima und warum der Wandel so gefährlich ist.

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Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär

Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär

sagt, warum das ein Problem ist:

"Der Klimawandel ist eine Bedrohung für das Leben und unsere Existenz."

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Das Wetter

… ist der Zustand der Atmosphäre zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort.

Was ist Wetter, was Klima?

Das Klima

... ist das durchschnittliche Wetter über einen längeren Zeitraum hinweg betrachtet, etwa 30 Jahre.

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Leider nein: Viele Schäden sind nicht mehr zu ändern. Die Erde erwärmt sich in jedem Fall. Auch die 2°C Erwärmung beeinträchtigen Ökosysteme auf der ganzen Welt stark und bedrohen damit auch die Lebensgrundlage von Millionen Menschen. Es lässt sich allein das Ausmaß der Katastrophe eingrenzen.

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Stimmt. Viele Forscher sind sicher, dass es einen Zusammenhang gibt. Europa soll aber nicht so stark betroffen sein wie andere Kontinente der Erde.

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Oberhalb dieser zwei Grad würde das Problem immer weitreichendere Folgen haben – das Risiko würde sich verselbständigen: Die Natur würde – so zeigen es Klimamodelle – dann selbst viel mehr Treibhausgase als der Mensch freisetzen, beispielsweise aus der dauergefrorenen Erde des Permafrostes in Sibirien und Nordamerika oder aus zusammenbrechenden Kohlenstoffspeichern wie dem Amazonas-Regenwald oder den Wäldern der Taiga. Ist es erst einmal so weit gekommen, könnte selbst ein strikter Klimaschutz gigantische Schäden nicht mehr abwenden.