Umweltverschmutzung - EU-Parlament stimmt für Verbot von Einwegplastik Das Europaparlament hat sich hinter ein Verbot von Wegwerfprodukten aus Plastik gestellt. Nach dem Plan sollen Trinkhalme oder Plastikbesteck bis 2021 vom Markt verschwinden. © Foto: Darren Staples/Reuters

Das Europaparlament hat für ein Verbot von Trinkhalmen, Einweggeschirr, Wattestäbchen und anderen Wegwerfprodukten aus Plastik gestimmt. Es stimmte einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission zu, der vorsieht, eine Reihe von Einwegprodukten, für die es bereits Alternativen gibt, ab 2021 ganz aus der EU zu verbannen. Über die Neuregelung entscheiden das Parlament und die EU-Staaten gemeinsam – sie müssen nun einen Kompromiss aushandeln. Die Regelung soll vor allem die Verschmutzung der Meere durch Kunststoff reduzieren.

Die Regelung sieht auch vor, dass Plastikflaschen separat gesammelt werden und, sofern es Einwegflaschen sind, bis 2025 zu 90 Prozent recycelt werden müssen. Zudem soll der Verbrauch anderer Einwegprodukte wie Plastikbecher bis 2025 um ein Viertel gesenkt werden – etwa über Preiserhöhungen oder Werbung für Alternativen. 

Weltweit gelangen jährlich ungefähr acht Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane. Das entspricht etwa einer Müllwagenladung pro Minute. Rund 150 Millionen Tonnen treiben bereits in den Weltmeeren, die Menge könnte sich bis 2030 verdoppeln. Schätzungen gehen davon aus, dass jedes Jahr um die 100.000 Meerestiere wie Wale oder Delfine und möglicherweise eine Million Seevögel an den Folgen von Plastik im Meer verenden.

Plastik im Meer - Erst vergiften wir den Ozean, dann uns selbst Millionen Tonnen Kunststoff landen jedes Jahr im Meer und schaden Tieren und der Natur. Als Mikropartikel atmen wir ihn auch ein. Ein Erklärvideo © Foto: youtube.com/cheeseandjamsandwich

Eine Umfrage des Verbrauchermonitors des Bundesamtes für Risikobewertung (BfR) zeigt außerdem, dass Mikroplastik bei den Gesundheits- und Verbraucherthemen, die die Menschen in Deutschland beunruhigen, auf Platz zwei steht. Mehr als die Hälfte macht sich über mögliche Gesundheitsauswirkungen von Mikroplastik Sorgen. Wie genau Mikroplastik sich auf die Gesundheit von Menschen auswirkt, ist bisher unklar. Das Bundesamt für Risikobewertung und das Umweltbundesamt betonen regelmäßig, dass ein gesundheitliches Risiko unwahrscheinlich ist.

In manchen Ländern der Welt, zum Beispiel in Ruanda und Kenia, sind Plastiktüten bereits unter Strafe verboten. Seit 2018 verbietet auch die Europäische Union die kostenlose Ausgabe von bestimmten Plastiktüten. Viele große Handelskonzerne haben bestimmte Plastikverpackungen aus ihrem Sortiment verbannt und versuchen, Müll zu vermindern oder mehr zu recyceln.

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