Weltweit gibt es einer Erhebung der Naturschutzorganisation WWF zufolge immer weniger Wildtiere. Im Zeitraum zwischen 1970 und 2014 sank die Zahl der in Wildnis lebenden Wirbeltiere demnach um 60 Prozent. Hauptgrund sei der Verlust von Lebensraum für Tiere etwa durch Landwirtschaft, Bergbau und das Wachsen der Städte, hieß es.

"Die Situation ist wirklich schlecht, und sie wird immer schlechter", sagte WWF-Direktor Marco Lambertini. Er mahnte, Naturschutz bedeute nicht nur, beliebte Tiere wie Tiger, Pandas und Wale zu schützen. Für den Menschen könne es keine Zukunft geben, wenn die Erde ihrer biologischen Vielfalt beraubt werde.

Die Umweltschützer sind auch wegen der Abkehr Chinas von einem Handelsverbot beunruhigt. Die chinesische Regierung will den umstrittenen Handel mit Waren aus Tigerknochen und Nashörnern "unter besonderen Bedingungen" wieder erlauben. Verkauf und Verwendung würden aber strikt kontrolliert werden, teilten die chinesischen Behörden mit. Tigerknochen sowie Hörner von Nashörnern dürften nur von Nutztieren gewonnen und für "medizinische Forschung oder zur Heilung" eingesetzt werden.

Die Naturschützer vom WWF kritisieren die Abkehr vom Handelsverbot. Die Entscheidung werde "global verheerende Konsequenzen" haben, da Wilderern und Schmugglern erlaubt werde, sich hinter legalisiertem Handel zu verstecken.

Die Körperteile der Tiere werden in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet – trotz fehlender Beweise für deren Wirksamkeit. Die Nachfrage nach Elfenbein in der Volksrepublik sehen Fachleute als Grund, dass viele afrikanische Elefanten getötet werden. Ab diesem Jahr gilt allerdings ein von der Führung in Peking verfügtes Verbot von sämtlichem Handel mit Elfenbein.