Die führenden Wirtschaftsmächte tun einer aktuellen Studie zufolge nicht genug für den Klimaschutz. Kohlestrom und Verkehr seien die größten Problembereiche, heißt es im diesjährigen "Brown to Green"-Bericht von Climate Transparency. Die G20-Staaten seien zusammen für rund vier Fünftel der weltweiten Treibhausgase verantwortlich und bezögen 82 Prozent ihrer Energie aus den fossilen Brennstoffen Kohle, Öl und Gas. Auch an Deutschland gibt es Kritik. 

Das internationale Netzwerk Climate Transparency – bestehend aus 14 Forschungseinrichtungen und Nichtregierungsorganisationen – kritisiert, dass die Klimaziele der G20-Länder nicht ausreichten, um dem Klimaschutzabkommen von Paris gerecht zu werden und die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Auch werde zu wenig unternommen, um wenigstens diese schwachen nationalen Ziele zu erreichen. Bisher habe unter den G20-Staaten nur Indien Ankündigungen gemacht, die einer Begrenzung auf zwei Grad halbwegs entsprächen. Das aus Sicht von Klimaschützern notwendige Ziel, 2050 nur noch erneuerbare Energien zu nutzen, habe sich kein G20-Land bisher gesetzt.

In 15 der G20-Staaten stiegen die Treibhausgas-Emissionen im vergangenen Jahr wieder. Dazu zählt auch Deutschland. Eine Mitschuld soll daran vor allem die Elektrizitätsgewinnung und die Mobilität haben: Allein im Verkehrssektor seien sie in den vergangenen fünf Jahren um sieben Prozent gestiegen, heißt es in dem Bericht. Insgesamt lägen die deutschen CO2-Emissionen etwas höher als im Jahr 2009.

Schwachpunkte im Verkehr

Im "Brown to Green"-Report, der seit 2015 jährlich veröffentlicht wird, werden die G20-Staaten anhand von 80 Kriterien untereinander verglichen. Mit Blick auf Deutschland sagte Studien-Mitautor Jan Burck von Germanwatch: "Der Report unterstreicht die großen Schwachpunkte im Verkehr, bei den hohen CO2-Emissionen in der Stromproduktion und im Gebäudebereich bei älteren Häusern. Dort schneidet Deutschland jeweils mit der zweitschlechtesten Note 'schwach' ab."

Lob gibt es von den Experten für Klimaschutzziele im Gebäudebereich und den hohen Ökostromanteil. So seien im Jahr 2017 etwa 34 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen gekommen, im G20-Schnitt seien es dagegen nur 24 Prozent. Derzeit berät eine Kommission darüber, wie und bis wann die Stromgewinnung aus Kohle in Deutschland enden soll. 

Auch andere Staaten werden in dem Bericht gelobt: Südafrika wolle seine hohe Kohlenutzung verringern und in erneuerbare Energien investieren. Auch Großbritannien und Frankreich wollten aus der Kohle aussteigen. Südkorea habe ein neues Programm für Elektrofahrzeuge eingeführt und Mexiko plane ein Emissionshandelssystem.