Deutschland erlebt das wärmste Jahr seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen vor mehr als 130 Jahren. Von Januar bis Oktober lag die Durchschnittstemperatur bei 11,6 Grad, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Der langjährige Schnitt liegt demnach bei 9,4 Grad. Diese Jahr wurde der Wert bisher also um 2,2 Grad übertroffen.

Wie die Statistik weiter zeigt, lagen bisher fast alle Monate über den langjährigen Mittelwerten. Die höchsten Abweichungen gab es im Januar, April und Mai. Kälter war es im Februar und im März.

Weiter zeigt die Statistik des Wetterdienstes, dass der Abstand zu den anderen aufgezeichneten Jahren zwischen April und Ende Oktober besonders ausgeprägt ist: Hier beträgt die Abweichung zum langjährigen Mittel sogar mehr als drei Grad.

Auch der November ist bisher sehr mild – und trocken. Dringend nötiger ausgiebiger Regen ist in den kommenden Tagen zudem nicht in Sicht. "Im weiteren Verlauf der kommenden Woche stehen die Zeichen weiterhin eher auf Hochdruckeinfluss, sodass sich das ruhige, aber unspektakuläre Wetter vermutlich fortsetzt und die Trockenheit wieder verschärft", sagte DWD-Meteorologe Simon Trippler.

Die flächendeckenden Messungen in Deutschland begannen 1881. Bereits 2007 und dann 2014 hatte die Durchschnittstemperatur in den ersten zehn Monaten jeweils einen Rekordwert erreicht, der nun nochmals übertroffen wurde.

Zudem ist 2018 das vierttrockenste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn. Allein der Oktober erreichte laut DWD "nur etwa die Hälfte seine Niederschlagssolls". Die Expertinnen und Experten des Wetterdienstes sprachen deshalb von einer Verschärfung der seit April anhaltenden extremen Dürreperiode.