Die Nasa-Raumsonde Osiris-Rex hat mehr als zwei Jahre nach ihrem Start den Asteroiden Bennu erreicht. "Erleichtert, stolz und gespannt, mit der Erkundung zu beginnen", twitterte der leitende Wissenschaftler Dante Lauretta von der Universität von Arizona. Wie geplant flog die Sonde bis auf 19 Kilometer an den Asteroiden heran. Mehr als 650 Millionen Kilometer legte sie seit ihrem Start im September 2016 vom Weltraumbahnhof im US-amerikanischen Cape Canaveral bis dahin zurück. Wissenschaftler erhoffen sich von der Mission neue Erkenntnisse über die Ursprünge des Universums.

Die Raumsonde soll in den kommenden Tagen noch näher an Bennu heranfliegen. In die Umlaufbahn des Asteroiden tritt Osiris-Rex voraussichtlich am 31. Dezember ein. So nah ist bisher keine Sonde einem so kleinen Himmelskörper gekommen. Der Asteroid, der einen Durchmesser von 500 Metern hat, könnte der Erde in mehr als 150 Jahren recht nahe kommen. Obwohl das Einschlagrisiko sehr gering ist, zählt die Nasa Bennu zu den gefährlichsten derzeit bekannten Asteroiden.

Der Name der Nasa-Sonde, Osiris-Rex, ist die Abkürzung für Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer. Die Sonde soll nun etwa ein Jahr damit verbringen, Bennu zu untersuchen und eine geeignete Stelle zu finden, um eine Probe zu entnehmen.

Die Sonde ist der erste US-Flugkörper, der sich auf den Weg zu einem Asteroiden gemacht hat und eine Probe zurückschicken soll. Läuft alles nach Plan, wird sich die etwa sechs Meter lange und 2.100 Kilogramm schwere Sonde im Jahr 2020 Bennu so weit nähern, dass sie die Probe von 60 bis 2.000 Gramm mithilfe eines drei Meter langen Arms aufsaugen kann. 2023 soll eine Kapsel mit der Probe zur Erde zurückkehren. Fast eine Milliarde Dollar hat die Mission gekostet.

Das Projekt soll die größte Menge an Proben seit den Apollo-Missionen in den Sechziger- und Siebzigerjahren einbringen, bei denen Mondsteine gesammelt wurden.