Die österreichische Regierung will ab 2020 alle Plastiktüten verbieten, die nicht vollständig abbaubar sind. Das berichteten mehrere Medien in Österreich. Das Verbot ziele darauf, rund 7.000 Tonnen Müll zu vermeiden, die jährlich durch das Wegwerfen von Plastiktüten entstünden. Allein 40 Tonnen Plastikmüll gelangten jedes Jahr in die Donau, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Den Berichten zufolge bieten viele Lebensmittelketten in Österreich bereits Alternativen zur Einwegplastiktasche an. Immer noch würden jedoch zu viele Plastiktüten in Umlauf kommen. "Das Verbot wird hier einen klaren Schlussstrich setzen", sagte Elisabeth Köstinger (ÖVP), Ministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus. Das österreichische Umweltministerium teilte zudem mit, dass auch ein Verbot für die Beimengung von Mikroplastik in Kosmetik und Reinigungsmitteln geplant sei. Köstinger sprach von einem "großen Tag in der Umweltpolitik".

Auch gegen Plastikverpackungen will der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vorgehen. "Wir wollen dem Trend der Wegwerfgesellschaft entgegenwirken", sagte er. Ziel der Regierung sei es, die Menge an Plastikverpackungen bis 2025 im Vergleich zum Jahr 2016 um 20 bis 25 Prozent zu verringern. In absoluten Zahlen könnten so rund 60.000 Tonnen Plastikmüll vermieden werden.

Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) lobte das Vorhaben ebenfalls: "Mit dieser sinnlosen Umweltverschmutzung machen wir jetzt Schluss." Auch in anderen Ländern – etwa in Frankreich, Italien, Bangladesch oder Marokko – sind nicht kompostierbare Plastiktüten mittlerweile verboten.