Unser Lebensstil entscheidet darüber, wie viel Treibhausgas wir verursachen – und damit, wie viel jede oder jeder Einzelne das Klima belastet. Während einige sich bewusst um Klimaschutz bemühen, läuft dabei trotzdem so manches schief, andere wiederum leben umweltschonend, ohne es zu wissen. Stets das neueste Smartphone besitzen? Nur ein Mal im Jahr eine Flugreise antreten? Pulli tragen statt Heizen? Unser Klima-O-Mat lässt erahnen, wie es um Ihre Klimabilanz bestellt ist.

Hauptquelle für Definitionen und Daten ist eine repräsentative Erhebung des Umweltbundesamts aus dem Jahr 2016, die als Gedankenstütze, die als Inspiration für die Klimatypen gedient hat. Wir haben uns vier Typen überlegt, die sich jeweils in ihrem Klimabewusstsein und ihrem CO2-Fußabdruck unterscheiden. Sie lassen sich ungefähr sozialen Milieus zuordnen, wissenschaftliche Studien der vergangenen Jahre haben zudem Hinweise auf ihren Lebensstil und ihr Konsumverhalten geliefert (siehe unten). Hier finden Sie plakative Beispielrechnungen für die CO2-Fußabdrücke der tragischen Klima-Checkerin, des sorglosen Vielverbrauchers, der bewussten Klima-Heldin und des verdeckten Klimaschützers – selbstverständlich sind diese nicht allgemeingültig, sondern dienen einer ersten Orientierung. Welcher Klimatyp sind Sie am ehesten?

Mehr Hintergrundwissen findet sich hier:

  • Von welchen Faktoren der individuelle Verbrauch natürlicher Ressourcen abhängt, hat das Umweltbundesamt mit einer Repräsentativbefragung mit rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Deutschland untersucht (UBA, 2016).
  • Der aus Reichtum und Wohlstand resultierende Lebensstil und CO2-Fußabdruck hängen direkt miteinander zusammen – darauf deutet ein Bericht der unabhängigen Hilfsorganisation Oxfam hin.
  • Die Erkenntnisse decken sich in vielen Punkten mit weiteren internationalen Studien, laut denen gut gebildete, gut verdienende Menschen meist viel reisen – häufiger per Flugzeug –, mit wenigen anderen auf großer Fläche wohnen und dank umfassender Ausstattung überdurchschnittlich viel Energie verbrauchen (siehe etwa Ecological Economics: Sommer & Kratena, 2017/Journal of Transport Geography: Enzler, 2017).
  • Reisen, die weiter als 100 Kilometer führen, machen nahezu 70 Prozent des gesamten Climate Impacts – den Folgen aufs Klima – aus. Zumindest in Norwegen (Travel Behaviour and Society: Aamaas & Peters, 2017).
  • Ein höheres Einkommen geht mit mehr Flugreisen einher, wer mit Kindern lebt, fliegt hingegen weniger. Auch neigen Menschen mit Umweltbewusstsein seltener dazu, in ein Flugzeug zu steigen, als andere. Zumindest in der Schweiz. (Journal of Transport Geography: Enzler, 2017).
  • Den "Preis des Proteins" haben Forscherinnen und Forscher beispielsweise für eine Studie im Magazin Food Policy untersucht (Nijdam, Rood, & Westhoek, 2012).
  • Ein anderes Team hat ermittelt, wie viel Kohlendioxid für die Produktion von Lammfleisch in England und Wales nötig ist (Agricultural Systems: Jones, Jones & Cross, 2014).
  • Die Umweltwissenschaftlerin Karine Lacroix hat berechnet, dass jeder und jede Einzelne bis zu 22 Prozent weniger Kohlendioxid verbrauchen kann, wenn er oder sie weniger tierische Produkte konsumieren würde (Journal of Cleaner Production: 2018).
  • Laut einer Studie hat sich in den vergangenen Jahren unter Menschen mit hohem kulturellen Kapital ein "Eco-habitus" herausgebildet. Sie bevorzugen beispielsweise Lokales oder Dinge aus Handarbeit (Journal of Consumer Culture: Carfagna et al., 2014).
  • "Wahre Bio-Fans – die überwiegend bis ausschließlich so einkaufen – finden sich [...] vor allem in kritisch-kreativen Milieus", heißt es unter anderem in einem Bericht aus Deutschland, der verschiedene Studienergebnisse zu dem Thema bündelt (IW Köln, 2017).

Illustrationen: Christoph Rauscher
Technische Umsetzung: Julian Stahnke