Mit seinen Wüsten, Küsten und den mehr als sieben Millionen Quadratkilometern Fläche besitzt Australien die perfekte Basis, um erneuerbare Energiequellen wie Solaranlagen oder Windkraftwerke auszubauen. Eine Studie der Australian National University (ANU) soll dieses Potenzial nun verdeutlichen. Laut den Autorinnen und Autoren könnte das Land die vorgegebenen Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens 2025 erreichen (ANU: Blakers et al., 2019).

Australien liegt demnach beim Ausbau erneuerbarer Energien im Pro-Kopf-Vergleich vor anderen Staaten wie China oder den USA. So produzieren die dortigen Windkraftwerke und Solaranlagen pro Person etwa 250 Watt im Jahr. In den USA sind es dagegen unter 50.

Der Studie zufolge wird Australien im Jahr 2024 etwa 50 Prozent seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien beziehen können. 2032 gehen die Autoren sogar von 100 Prozent aus.

Im Klimaschutzabkommen von Paris hat die Weltgemeinschaft 2016 beschlossen, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad Celsius – verglichen mit der vorindustriellen Zeit von 1850. Jedes Land soll seinen Beitrag zur weltweiten CO2-Begrenzung leisten.

Allerdings hängt Australien derzeit noch stark von Kohle ab. Dort befinden sich rund zehn Prozent aller Kohlevorräte der Welt. Momentan werden in dem Land 63 Prozent des Strombedarfs mit dem Brennstoff gedeckt. Dementsprechend hoch ist die Emissionsrate des Landes. 2016 wurden dort pro Kopf 16 Tonnen CO2 produziert. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 8,8 Tonnen pro Einwohner.