In den Niederlanden verbieten immer mehr Kommunen, Luftballons im Freien steigen zu lassen. Nach Angaben der Umweltorganisation De Noordzee haben 17 Prozent der Gemeinden ein Ballonverbot erlassen. Vor einem Jahr habe diese Zahl noch bei fünf Prozent gelegen. Außerdem rate ein Fünftel der Gemeinden dringend davon ab, Ballons draußen steigen zu lassen. Die meisten Verbote gibt es der Stiftung zufolge in den niederländischen Küstengebieten und auf den Wattenmeer-Inseln.

Auch im niederländischen Parlament werden weitere Verbote von Luftballons diskutiert. Vertreterinnen und Vertreter mehrerer Parteien kritisieren die möglichen Umweltschäden von Ballonresten und Plastikmüll in der Nordsee.

Luftballons stellen laut der Umweltschutzorganisation eine Gefahr für Meeressäugetiere, Fische und Vögel dar: Die Tiere können an Plastikteilen und Ballonresten ersticken. Vor allem Seevögel sterben einer Studie zufolge häufig durch Ballonreste.

"Der tödlichste Müll im Meer"

Zu diesem Ergebnis kam die Forscherin Lauren Roman von der Universität Tasmanien in Australien. Roman und ihr Team untersuchten den Tod von 1.733 Seevögeln und fanden heraus: Jeder dritte Vogel hatte Müll gefressen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Seevogel, an Ballons oder Ballonteilen zu sterben, liege dabei rund 32-mal höher als bei härteren Plastikteilen. Bei jedem fünften tot aufgefundenen Seevogel seien Plastikmüll oder Ballonreste die eindeutige Todesursache. Roman sagte, Ballons seien "der tödlichste Müll im Meer".

Die Umweltstiftung De Noordzee setzt sich für ein allgemeines Verbot von Luftballons in der Natur ein.