2018 war ein weiteres Jahr der Wetterextreme: Die Temperaturen lagen über dem Durchschnitt, die Sonne schien mehr, als je zuvor gemessen wurde, zehn von zwölf Monaten waren zu trocken. Das hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) bei seiner jährlichen Pressekonferenz zum Klima in Deutschland bekannt gegeben.

Demnach fiel im vergangenen Jahr von Februar bis einschließlich November weniger Regen, als in diesen Monaten üblich ist. Insgesamt sei im Flächenmittel eine Niederschlagsmenge von 586 Litern pro Quadratmeter gemessen worden – 200 Liter weniger als im über viele Jahre ermittelten Durchschnitt. Seit 1881, als diese Daten zum ersten Mal erhoben wurden, seien nur drei Jahre trockener gewesen, hieß es. Das Ausbleiben des Regens führte nach Angaben des Wetterdienstes in weiten Teilen des Landes zu Dürren: In vielen Regionen sei das Gras auf den Weiden verdorrt, bundesweit hätten immer wieder Wälder und Felder gebrannt.

Die Temperaturen erreichten den DWD-Angaben zufolge Rekordhöhen: Im Mittel betrug die Temperatur in Deutschland demnach 10,5 Grad Celsius – 2018 war damit das wärmste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen des nationalen Wetterdienstes. Erkennen lasse sich damit ein Anstieg der Temperaturen von 1,5 Grad seit 1881. Auch die Zahl der sogenannten heißen Tage mit Lufttemperaturen von 30 Grad und mehr habe im vergangenen Jahr mit 20 solchen Tagen einen neuen Höchststand erreicht. Ähnlich stehe es um die Zahl der Sonnenstunden: Mit 2.015 Stunden Sonne sei 2018 das sonnenscheinreichste Jahr seit Beginn dieser Aufzeichnungen 1951 gewesen.

Wetterextreme werden immer wahrscheinlicher

Eine direkte Folge des Mangels an Niederschlag und der hohen Temperaturen zeigt sich laut DWD in der Landwirtschaft: Die Ernte von Getreide und Feldfrüchten sei 2018 merklich geringer ausgefallen. Ob Felder genutzt werden können, hänge vom sogenannten Bodenwasservorrat ab. Dieser Wert sei bis September auf nur mehr 30 Prozent der vollen Kapazität gesunken. Auch die Forstwirtschaft werde durch den Wassermangel erheblich beeinträchtigt.

Damit Landwirtinnen und Bauern künftig eine Möglichkeit haben, sich auf Trockenheitsperioden vorzubereiten, stellte der Wetterdienst eine neue Methode für Langfristvorhersagen vor: Für die verbesserten Prognosen werde die Bodenfeuchte gemessen, also der Anteil an Wasser, der in der Erde gespeichert ist. Mithilfe des neuen Verfahrens sollten Landwirte mit mehreren Wochen Vorlauf über drohende Dürren informiert werden. "Mit den heute verfügbaren Vorhersagetechniken hätte der DWD die im Juni 2018 in großen Teilen Deutschlands anhaltende Dürre schon sechs Wochen vorher mit guter Qualität vorhersagen können", sagte der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, Paul Becker.

Nach Einschätzung des Wetterdienstes wird die außergewöhnliche Trockenheit des vergangenen Jahres kein Einzelereignis bleiben: "Solche Wetterextreme werden mit dem Klimawandel immer wahrscheinlicher. Wir müssen künftig häufiger, wenn nicht gar in regelmäßigen Abständen, mit Dürre in Deutschland rechnen", sagte Becker.