Beim Kampf gegen Waldbrände fehlen nach Einschätzung des Deutschen Feuerwehrverbandes leistungsstarke und sofort einsetzbare Transporthubschrauber. "Wir haben keinen schnellen Zugriff auf Hubschrauber, die große Löschwasserbehälter transportieren können", sagte der Vizeverbandspräsident Hermann Schreck der Deutschen Presse-Agentur. Fliegende Technik sei bei der Bekämpfung großer oder schwer zugänglicher Brände sehr effektiv. "Gerade für Einsatzkräfte in munitionsbelasteten Gebieten wie in Brandenburg ist das auch sicherer."

Hubschrauber müssen laut dem Verband bei Bundespolizei und Bundeswehr angefordert werden, die Feuerwehren haben keine eigenen. Während die Bundespolizei oft helfen könne, sehe es bei der Bundeswehr schlechter aus, sagte Schreck. Deren Hubschrauber, die 5.000-Liter-Behälter zum Einsatz bringen könnten, "sind entweder nicht einsatzklar oder das Gerät ist im Ausland".

In Brandenburg funktioniere die Zusammenarbeit mit Bundeswehr und Bundespolizei gut, sagte ein Sprecher des Innenministeriums in Potsdam der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben sowohl bei den großen Bränden im vergangenen Jahr als auch jetzt aktuell bei Bedarf immer sehr schnell Luftunterstützung bekommen."

Bundesweit machten den Feuerwehrleuten zunehmend naturbedingte, durch den Klimawandel verstärkte Ereignisse wie Brände, heftige Gewitter oder Stürme zu schaffen, sagte Scheck. Am besten wäre demnach eine zentrale Stelle zur Anforderung von Hubschraubern. Das sei eine klassische Aufgabe, um die sich der Bund kümmern könnte. "Wir brauchen einen Partner, den wir anrufen können und wo wir sofort und gleich Hilfe beim Transport unseres Löschgeräts bekommen." Hier dürfe es zur effektiven Brandbekämpfung keinen Zeitverlust geben. Keiner der Beteiligten sei unwillig. "Aber wir brauchen Verlässlichkeit."

Brand bei Jüterbog: Noch immer 150 Feuerwehrleute im Einsatz

Bei Hitze und Trockenheit waren in den vergangenen Tagen mehrere Waldbrände in Brandenburg ausgebrochen. Bei Jüterbog südwestlich von Berlin kam es zu einem Brand auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz. Das Feuer weitete sich auf 800 Hektar aus, der Landkreis Teltow-Fläming stufte es als Großschadenslage ein. Wie die Märkische Allgemeine Zeitung berichtete, brannten am Samstagmorgen noch immer vereinzelte Feuer. 150 Feuerwehrleute seien mit 25 Fahrzeugen im Einsatz.