Im Süden von Frankreich ist in verschiedenen Orten zum ersten Mal die Rekordtemperatur von 45 Grad gemessen worden. Das hat der französische Wetterdienst mitgeteilt. In Gallargues-le-Montueux im Departement Gard waren es 45,8 Grad. Der Ort liegt in einem der vier Departements, in denen wegen der Hitze Alarmstufe Rot ausgerufen worden war.

Frankreich hatte schon kurz vorher einen neuen Hitzerekord aufgestellt: In der Kleinstadt Carpentras in Südfrankreich wurden am frühen Nachmittag 44,3 Grad gemessen. Der bisherige gemessene Rekord lag bei 44,1 Grad und stammt aus dem August 2003, gemessen in dem Ort Conqueyrac. Die Straßen der 30.000-Einwohner-Stadt nordöstlich von Avignon waren zu dem Zeitpunkt bereits seit Stunden wie leer gefegt. "Schon seit halb zwölf ist niemand mehr auf dem Marktplatz zu sehen", sagte eine Händlerin. "Die Leute sind heute Morgen extrem früh aufgestanden, um vor Mittag nach Hause zurückzukehren."

Während des Hitzesommers 2003 starben in Frankreich rund 15.000 Menschen. Besonders alte Menschen und kleine Kinder gelten als gefährdet. Deshalb erlässt die französische Regierung seitdem bei Hitze zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen. So hatten Tausende Kinder Hitzefrei, die Schulen blieben geschlossen.

"Wir müssen unser Verhalten ändern"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warnte am Rande des G20-Gipfels in Japan, dass solche Hitzeperioden wegen des Klimawandels häufiger vorkommen könnten. "Wir müssen unser Verhalten und unsere Arbeitsweise ändern", forderte Macron. Am Donnerstag hatte das französische Parlament den Klimanotstand erklärt.

Die Regierung appellierte an Autofahrer und Autofahrerinnen, auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten. Wegen hoher Ozonbelastung hatten die Behörden in Paris, Lyon und Marseille in den vergangenen Tagen Fahrverbote für Fahrzeuge mit hohen Emissionen verhängt. Die französische Bahngesellschaft bot kostenlose Stornierungen von Fahrkarten für das gesamte Wochenende an.