Im ersten Halbjahr ist der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase bei der Stromerzeugung laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zurückgegangen. Von Januar bis Ende Juni wurden demnach rund 15 Prozent weniger CO2 emittiert als im Vorjahreszeitraum. Nach ersten Berechnungen sollen die CO2-Emissionen von 136 Millionen Tonnen auf voraussichtlich 116 Millionen Tonnen sinken. 

Der Verband vermutet, dass es für diese Entwicklung verschiedene Faktoren gibt: die milde Witterung, der gestiegene CO2-Preis im Emissionshandel sowie die starke Nutzung von erneuerbaren Energien, die vor allem dem windigen Wetter zu verdanken war. Somit konnten die erneuerbaren Energien 44 Prozent des Stromverbrauchs decken. Im Vorjahreszeitraum waren es 39 Prozent. 

BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer sagte, der Rückgang der CO2-Emissionen zeige, dass die Energiewirtschaft sich anstrenge, Klimaziele zu erreichen. Nun seien der Verkehrs- und der Wärmesektor dran. Kapferer hält das nur mithilfe einer "wirksamen CO2-Bepreisung" für möglich, die aber umstritten ist.

Die Bundesregierung will im September über Maßnahmen – auch eine mögliche CO2-Bepreisung – für mehr Klimaschutz entscheiden, um mittelfristige Klimaziele zu erreichen. Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) will eine CO2-Steuer durchsetzen. Diese würde fossile Brennstoffe – also Benzin und Diesel, Heizöl und Erdgas – teurer machen. Dem will Schulze mit einem sozialen Ausgleich begegnen. Viele Politiker in der Union sind allerdings gegen eine CO2-Steuer

Ende der kommenden Woche legen die Wirtschaftsweisen ein Gutachten zur CO2-Bepreisung im Auftrag der Regierung vor. Diese will sich damit bei der nächsten Sitzung des Klimakabinetts befassen, die voraussichtlich am 18. Juli stattfindet.