Der deutsche Hitzerekord vom Mittwoch hat nur einen Tag gehalten: in der niedersächsischen Stadt Lingen hat eine Messstation am Donnerstagnachmittag 42,6 Grad gemessen. Der Wert wurde am Freitag vom Deutschen Wetterdienst (DWD) bestätigt. Noch während die Prüfung lief, twitterte der DWD, der Donnerstag sei "Ein Tag für die Wettergeschichte!" Insgesamt haben demnach 25 Stationen mehr als 40 Grad gemessen. In sechs Bundesländern wurden zudem neue Höchstwerte erreicht.

Tags zuvor erreichten die Temperaturen in Geilenkirchen bei Aachen 40,5 Grad. Auch da handelte es sich zunächst um einen vorläufigen Wert, den der DWD nachträglich bestätigt hat. Eine Prüfung war nötig, weil es sich nicht um eine Messstation des DWD-Netzes handelte, sondern um eine Partnerstation, betrieben von der Bundeswehr. Die dort gemessene Temperatur wurde nun um wohl mehr als 2 Grad überboten.  

Damit ist der Wert aus Lingen der mit Abstand höchste Wert, der jemals in Deutschland gemessen worden ist. Die Wetterdaten gehen bis ins Jahr 1881 zurück.

Noch ist unklar, wie lange die Hitze anhalten wird. Auch können Meteorologen nicht mit Sicherheit sagen, wie warm es tatsächlich wird. Es gibt amtliche Warnungen vor Hitze. Wo, zeigt diese Karte des DWD.

Den Meteorologen zufolge wird es nicht nur heiß, sondern auch trocken. Eine Dürre ist damit wahrscheinlicher als noch zu Beginn des Sommers. Seit Wochen hat es viel zu wenig geregnet, vor allem in Nord- und Ostdeutschland sind die Böden ausgedorrt. Welche Regionen besonders betroffen sind, zeigt der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung

Problematisch ist das für Landwirtinnen und Förster. Nach dem Dürresommer des vergangenen Jahres sind die Wasserreserven beinahe aufgebraucht – Wälder, Forst und Felder haben sich noch nicht von den damaligen Schäden erholt.

Schon das vergangene Jahr war ein Jahr der Extreme. Noch nie seit Beginn der Messaufzeichnungen war es im Durchschnitt so warm und so sonnig wie 2018. Außerdem hat es noch nie zuvor so viele Sommertage, so viele heiße Tage und zwischen April und Oktober so wenig Niederschlag gegeben, wie Daten des Deutschen Wetterdienstes vor wenigen Monaten zeigten.  

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