Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat vorgeschlagen, die Luftverkehrabgabe zu erhöhen, um beim Klimaschutz voranzukommen. "Ich bin der Meinung, dass auch der Flugverkehr die Kosten der Klimagasemissionen tragen und sich dies in den Flugpreisen abbilden muss", sagte Schulze der Rheinischen Post vor der Sitzung des sogenannten Klimakabinetts der Bundesregierung. "Deshalb brauchen wir auch im Flugverkehr einen fairen CO2-Preis."

Laut Schulze wäre ein europaweites Vorgehen der beste Weg, allerdings könne Deutschland nicht bis zu einer Einigung auf EU-Ebene warten. "Ich bin deshalb dafür, dass wir die deutsche Luftverkehrabgabe in einem ersten Schritt erhöhen. Frankreich geht ja in die gleiche Richtung", sagte die Umweltministerin in Hinblick auf die dort vor Kurzem angekündigte CO2-Steuer auf Flugtickets. Laut Schulze kann es nicht sein, "dass auf bestimmten Strecken Fliegen weniger kostet als Bahnfahren".

Die Luftverkehrabgabe wird nur auf Passagierflüge erhoben. Sie soll nach Angaben des Bundesfinanzministeriums Anreize für ein umweltgerechteres Verhalten setzen und sorgt jährlich für Einnahmen von etwa einer Milliarde Euro. Frankreich will ab Anfang 2020 eine Umweltsteuer auf Flugtickets erheben, die je nach Art des Tickets zwischen 1,50 und 18 Euro betragen soll.