Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) erwartet ein Ende des Glyphosat-Einsatzes in der Europäischen Union ab spätestens 2022. "Es ist nicht davon auszugehen, dass es nach 2022 noch eine Mehrheit für eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung gibt", sagte Klöckner dem Tagesspiegel. Vorher sei aber wenig zu machen.

Schon seit Jahren gibt es Forderungen, das Unkrautvernichtungsmittel, das im Verdacht steht, krebserregend zu sein und der Artenvielfalt zu schaden, zu verbieten. Anfang Juli hatte Österreich als erstes Land in der EU den Einsatz von Glyphosat untersagt. Es ist umstritten, ob diese Entscheidung mit EU-Recht vereinbar ist.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) zufolge verstößt ein nationales Glyphosat-Verbot gegen EU-Recht, weil die EU-Staaten die Zulassung des Wirkstoffs bis Ende 2022 verlängert hatten. Ein Sprecher ihres Ministeriums sagte Anfang Juli, dass der deutsche Ausstieg "wie im Koalitionsvertrag vereinbart", "schrittweise bis spätestens 2023", erfolgen werde.

Schon zuvor will die Bundesregierung den Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Landwirtschaftsministerin Klöckner zufolge schrittweise reduzieren. Dafür werde an einer Minderungsstrategie und an Alternativen gearbeitet, die die Nutzung von Glyphosat letztlich überflüssig machen, sagte die CDU-Politikerin dem Tagesspiegel. Die Bundesregierung will nach aktuellem Stand im September ein Konzept zum Umgang mit Glyphosat präsentieren.