Im Mittelmeer ist nach Angaben der Tierschutzorganisation WWF über die Hälfte aller Hai- und Rochenarten bedroht. Ein Drittel sei bereits "bis an den Rand der Ausrottung befischt", heißt es in einem Bericht der NGO. "Der besorgniserregende Zustand dieser Raubfische signalisiert klar, dass die Gesundheit des Mittelmeers insgesamt schwindet." Insgesamt gehe es im Mittelmeer um 23 Hai- und 16 Rochenarten. Weltweit seien 17 Prozent des Bestands betroffen.

Das Mittelmeer sei für Haie und Rochen ein gefährlicher Lebensraum geworden, sagt Heike Zidowitz vom WWF. "Seit der letzten Bestandsaufnahme vor zehn Jahren hat sich die Situation noch verschlechtert." Der Mensch habe seit Tausenden von Jahren eine enge kulturelle und fischereiliche Beziehung zu diesen Arten im Mittelmeer, jetzt drohten sie unter dem Druck der Fischerei zu verschwinden.

Während Dorn- und Glatthaie noch gezielt befischt würden, landeten die meisten Arten als Beifang in den Netzen der Fischereien, hieß es. In Schleppnetzen wurden laut WWF regional bis zu 74 Hai- und Rochenarten nachgewiesen. Allerdings, das zeige eine gerade veröffentlichte Studie, sei auch Plastikmüll eine bisher unterschätzte Gefahr für das Leben der Tiere. Das Mittelmeer ist besonders stark mit Plastikmüll verschmutzt.

Der WWF fordert vor allem die Umsetzung bereits bestehender Schutzmaßnahmen. Zudem müsse die Haifischerei aber auch besser reguliert werden. Laut der Tierschutzorganisation sind Libyen (4.260 Tonnen) und Tunesien (4.161 Tonnen) die Hauptfangländer. Sie würden etwa dreimal so viel Hai wie die nachfolgenden Staaten Italien (1.347 Tonnen) und Ägypten (1.141 Tonnen) fischen.