US-Präsident Donald Trump bietet Brasilien im Kampf gegen die Brände im Amazonas-Regenwald Hilfe an. Das teilte der Politiker nach einem Gespräch mit dem brasilianischen Staatschef Jair Bolsonaro auf Twitter mit. Die USA stünden bereit, Brasilien zu unterstützen, schrieb Trump. Er äußerte sich zudem positiv über das Verhältnis der USA zu dem südamerikanischen Land. Die Handelsaussichten beider Länder seien aufregend und die Beziehungen stark, "vielleicht stärker denn je".

Im Amazonas-Regenwald in Brasilien kommt es derzeit zu den schwersten Waldbränden seit Jahren. Europäische Staaten machen deshalb Druck auf Bolsonaro: Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte am Freitag an, das jüngst ausgehandelte Mercosur-Freihandelsabkommen zwischen der EU und den vier Mitgliedsländern des südamerikanischen Staatenbunds abzulehnen. Er will zudem beim G7-Gipfel der führenden Industrienationen, der am Samstag im französischen Biarritz beginnt, über die Feuerkatastrophe sprechen.

Bolsonaro kritisierte Macrons Äußerungen als Einmischung in innere Angelegenheiten. Er kündigte einen Militäreinsatz zur Bekämpfung der Waldbrände an. Er werde Soldaten mit der angemessenen Ausrüstung einsetzen, um die Brände im Regenwald zu löschen, sagte Bolsonaro. Schon ab Samstag würden Einheiten in Grenzregionen, indigenen Territorien und anderen betroffenen Regionen eingesetzt, um für einen Monat bei der Eindämmung der Feuer zu helfen, hieß es in einem Dekret Bolsonaros. Das Militär werde "stark agieren", um die Waldbrände unter Kontrolle zu bringen. Laut der Exekutivanordnung sollen die Streitkräfte mit den Behörden für öffentliche Sicherheit und Umwelt zusammenarbeiten. Der Regierung sei die Situation sehr bewusst, und sie werde genauso gegen Umweltkriminalität vorgehen, wie sie gegen normale Kriminalität vorgehe. Das ungewöhnlich trockene Wetter sei der Grund, warum es in diesem Jahr zu so vielen Bränden komme, sagte er weiter. Das Verbreiten von Falschinformationen zur Lage im Norden Brasiliens trage jedoch nicht dazu bei, die Situation zu verbessern.

Amazonas - Größte Waldbrände seit Jahren in Brasilien In Brasilien stehen große Teile des südlichen Amazonasbeckens in Flammen, Hunderte Quadratkilometer Wald brennen. Einige Bundesstaaten haben den Notstand ausgerufen. © Foto: Reuters

Umweltschützer werfen Bolsonaro vor, den Amazonas-Regenwald durch Brandrodungen für Weideflächen zu zerstören – oder dies zumindest zu dulden. Der riesige Regenwald gilt als grüne Lunge der Welt und ist für den globalen Klimaschutz von hoher Bedeutung.

Der rechtspopulistische Präsident ist seit Jahresbeginn im Amt. Seine Regierung hat sich von Anfang an zu einer klar proamerikanischen Linie bekannt. Bolsonaro hat wegen seiner populistischen und häufig konfrontativen Äußerungen in Medien auch den Beinamen "Tropen-Trump" erhalten und sucht die Nähe zum US-Präsidenten.