Im April sollte die israelische Raumsonde Beresheet – übersetzt: Genesis – auf dem Mond landen. Doch bei der Landung fiel ein Motor aus und die Sonde zerschellte. Möglicherweise überlebt haben könnte aber ein Teil der Fracht: An Bord der Sonde befanden sich sogenannte Bärtierchen.

Bärtierchen sind winzige Lebewesen, die als erstaunlich robust gelten: Sie können starke Hitze und große Kälte ebenso gut aushalten wie extreme Strahlung – wie die im Weltraum – und sie können sogar Jahrzehnte ohne Nahrung überstehen.

Resistent, aber getrocknet

Wimmelt und wuselt es auf dem Mond also bald vor Bärtierchen? Höchstwahrscheinlich nicht, denn: Die Bärtierchen wurden in getrocknetem Zustand auf den Mond gebracht. Das wissenschaftliche Team der Arch Mission Foundation, die den Transfer der Tierchen organisiert hatte, hatte den achtbeinigen Lebewesen vor dem Start Wasser entzogen, um sie in den Ruhezustand zu versetzen.

Damit die Bärtierchen wieder in den Wachzustand zurückkehren, müssten sie an Wasser, Sauerstoff und an Nahrung gelangen, erklärte der Biochemiker William Miller von der Baker University in den USA. Das sei unter den auf dem Mond herrschenden Bedingungen quasi unmöglich. Außerdem könne man nicht sicher davon ausgehen, dass die Tierchen die Explosion der Sonde überlebt haben.

Das aber gilt als möglich. Der Unternehmer Nova Spivack, der die Organisation Arch Mission Foundation mitbegründet hat, sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Wir glauben, dass die Überlebenschancen der Bärtierchen äußerst hoch sind." Die Arch Mission Foundation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Informationen über die Menschheit im Sonnensystem zu verbreiten, nach eigenen Angaben "über die Grenzen von Zeit und Raum hinweg".

Die nächsten Menschen werden voraussichtlich 2024 auf dem Mond landen. Dann wollen die USA wieder einen Astronauten und erstmals auch eine Astronautin auf den Mond schicken. Ob ihnen wohl ein Bärtierchen begegnen wird?

50 Jahre ist sie her – die erste bemannte Mondlandung. Was die Wissenschaft seither über ihn gelernt hat und warum bald wieder Menschen Mondboden betreten sollen, lesen Sie in unserem Schwerpunkt "Zum Mond und zurück".