In wenigen Tagen wird der erste Gletscher, der keiner mehr ist, ein Denkmal erhalten. Der Okjökull auf Island ist abgetaut und somit verschwunden. Dort soll eine Plakette vor dem Klimawandel warnen. Währenddessen schwitzen die Eismassen an anderer Stelle weiter: Ende Juli haben die Temperaturen ein Rekordhoch auf Grönland erreicht. Ein Hochdruckgebiet aus der Sahara hat nicht nur die Temperaturen in Südeuropa zum Anstieg gebracht. Die Hitze hat in diesen Tagen Grönland erreicht, wo die Folgen des Klimawandels stark zu spüren sind. In Grönland schmilzt das Eis viel schneller, als lange angenommen wurde. Einer Studie der Ohio State University zufolge verlor Grönland zwischen den Jahren 2002 und 2016 280 Milliarden Tonnen Eis – pro Jahr. Nicht nur die Gletscher schmelzen, auch die übrigen Eismassen auf Grönland sind bedroht. Die derzeitige Hitze beschleunigt diese Entwicklung. Riesige Seen und Flüsse aus Schmelzwasser tun sich nun im Westen Grönlands auf.