Feuer, überall Feuer. Nicht nur in Brasilien, sondern in ganz Südamerika brennt es im Wald. Satelliten, die die Erde umkreisen, registrieren täglich neue Brandherde. Schon jetzt kommen jeden Tag mehrere Tausend hinzu. Und dabei beginnt die jährliche Feuersaison erst: Üblicherweise erreicht sie ihren Höhepunkt zwischen August und Oktober.

Messungen von Erdüberwachungssatelliten zeigen die Brandherde. Die Daten dazu wurden im Zeitraum vom 15. bis zum 22. August 2019 ermittelt.

Messungen von Erdüberwachungssatelliten zeigen die Brandherde. Die Daten dazu wurden im Zeitraum vom 15. bis zum 22. August 2019 ermittelt.

Quelle: NASA Fire Information for Resource Management System, ESA Land Cover © ZEIT ONLINE

Nahezu in Echtzeit zeigt die FIRMS-Weltkarte, wo es Brandherde gibt. Das Fire Information for Resource Management System (FIRMS) ist ein weltweites Feuer-Überwachungssystem der amerikanischen Weltraumagentur Nasa. Insgesamt drei Instrumente an Bord von Erdbeobachtungssatelliten halten hierfür nach Feuern Ausschau. VIIRS und MODIS Terra messen Veränderungen von Hitze und Helligkeit an Land, MODIS Aqua hat Wasserflächen im Blick. Die Nasa hat Zugriff auf diese Daten und lässt sie durch einen Algorithmus laufen, der entscheidet, ob es sich um ein Feuer handelt.

Jeder rote Punkt auf der Karte steht für eine auf diese Weise bestätigte Meldung. In der Grafik oben sind es 162.334, erspäht zwischen dem 15. und 22. August. Wer allein die Daten dieses Freitags auswertet, stößt auf gemeldete 20.305 Brandherde. Eine Schwäche des Systems ist, dass sich nicht feststellen lässt, ob es sich bei einem einzelnen Punkt um ein eigenes Feuer oder um den Teil eines bestehendes Brandes handelt.

Warum brennt es überhaupt?

Feuer kommen zur Trockenzeit immer wieder in Südamerika vor. Nach jetziger Schätzung hat sich aber nur ein Teil der Brände auf natürlichem Weg entfacht. Die Urwaldfeuer in Brasilien haben im Wesentlichen zwei Ursachen: Zum einen roden Menschen – nicht selten illegal – Waldgebiete, um sie künftig als landwirtschaftliche Fläche nutzen zu können. Zum anderen ist der Wald ungewöhnlich trocken; dazu hat nicht nur der Klimawandel, sondern auch die Abholzung beigetragen. Immer schneller, immer großflächiger verschwinden Bäume.

Wie die Karte zeigt, stehen auch große Teile Boliviens in Flammen. Hier haben mutmaßlich Brandstifter aus der Landwirtschaft die Feuer ausgelöst. Laut der Tageszeitung El Deber sollen in den vergangenen Tagen 500.000 Hektar Wald verbrannt sein – so viel wie zuvor im ganzen Jahr. 

Noch ist nicht abzusehen, dass die Zahl der Brände im Amazonasgebiet abnimmt. Beständig größer wird dafür die kohlendioxidhaltige Rauchwolke, die schon jetzt über dem Zentrum Südamerikas wabert. Auch sie ist gut sichtbar aus dem Weltraum.

So sieht es momentan über Südamerika aus, wie die Zusammenstellung zahlreicher Einzelbilder des Earth Observing System Data and Information System zeigt. © NASA Worldview, Earth Observing System Data and Information System (EOSDIS)