Die Deutsche Bahn will ab dem kommenden Jahr weniger Glyphosat verwenden: Das Unternehmen teilte mit, es werde ab 2020 den Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels um die Hälfte reduzieren. Bislang wurde das Mittel eingesetzt, um zu verhindern, dass Pflanzen auf dem Schienennetz wachsen. Eine "umweltfreundliche Vegetationskontrolle" gehöre zu den wichtigsten Unternehmenszielen der neuen Bahn-Strategie, teilte das Unternehmen mit.

90 Prozent des Streckennetzes seien bislang einmal jährlich mit dem Herbizid behandelt worden. Vom Glyphosat-Einsatz ausgenommen seien Naturschutzgebiete und Brücken. Insgesamt versprühte die Bahn im vergangenen Jahr 57 Tonnen Glyphosat, 2017 waren es 67 Tonnen.

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der größte Einzelabnehmer von Glyphosat in Deutschland. Der Anteil der Bahn mache 0,4 Prozent der Gesamtmenge an versprühtem Glyphosat aus.

Neue Methoden werden getestet

Um die Schienen frei zu halten, werde Unkraut künftig verstärkt manuell beseitigt, kündigte das Unternehmen an. Welche Strecken das betrifft, stehe noch nicht fest. Die Bahn arbeite derzeit an alternativen Methoden, um Bewuchs auf den Schienen zu bekämpfen. Erprobt werde etwa, ob sich das Unkraut mit heißem Wasser, Strom oder UV-Licht beseitigen lässt. Auch Methoden mit Heißdampf, Mikrowellen und Hochfrequenzenergie seien getestet worden, hätten sich aber als sehr zeit- und energieaufwendig erwiesen.

Glyphosat ist das weltweit am meisten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel – und höchst umstritten: 2015 stufte die Weltgesundheitsorganisation WHO das Mittel als "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen" ein. Hergestellt wird Glyphosat von Monsanto, das mittlerweile zu Bayer gehört. In den USA wurde Bayer bereits in mehreren Fällen zu Schadensersatzzahlungen in Millionenhöhe verurteilt. In der EU ist das Herbizid bis 2022 zugelassen.