Wilde afrikanische Elefanten sollen künftig nicht mehr an Zoos oder Zirkusse verkauft werden dürfen. Dafür hat sich überraschend eine Mehrheit der Delegierten bei der UN-Artenschutzkonferenz in Genf ausgesprochen. Umweltschützer sprachen von einem "historischen Sieg". Bevor das Verbot in Kraft treten kann, muss es in der kommenden Woche aber noch vom Plenum der 180 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens Cites angenommen werden.

Mit der erforderlichen Zweidrittelmehrheit stimmten die Delegierten für eine Begrenzung des Verkaufs von in freier Wildbahn lebenden afrikanischen Elefanten zu Erhaltungszwecken. Nimmt das Plenum die Entscheidung bei der Abschlusssitzung am 28. August an, dürfen in der Wildnis eingefangene Elefanten künftig nur noch an Artenschutzzentren in Afrika selbst verkauft werden, in denen die Tiere in ihrer "natürlichen Umgebung" leben.

In weiten Teilen Afrikas gilt bereits ein Handelsverbot für Elefanten. Im Süden Afrikas ist der Handel mit den vom Aussterben bedrohten Tieren bisher jedoch noch legal. Allein Simbabwe hat nach HSI-Angaben seit 2012 einhundert Babyelefanten an chinesische Zoos verkauft.

Elefanten gehören nicht in die Unterhaltungsindustrie

"Diese Entscheidung wird unzählige Elefanten davor schützen, ihren Familien in der Wildnis entrissen zu werden und den Rest ihres Lebens in mangelhaft ausgestatteten Zoos zu verbringen", teilte die Wildtierexpertin Iris Ho von der Tierschutzorganisation Humane Society International (HSI) in Washington mit. Die Leiterin des Referats für Wildtiere der Organisation World Animal Protection, Cassandra Koenen, bezeichnete die Cites-Vorentscheidung als "riesigen Schritt in die richtige Richtung". Die Konferenz habe damit in aller Deutlichkeit bestätigt, dass "Elefanten nicht in die Unterhaltungsindustrie gehören".

Das Washingtoner Artenschutzabkommen wurde 1973 geschlossen und regelt den internationalen Handel mit Wildtieren und -pflanzen. Bei den regelmäßigen Vertragsstaatenkonferenzen werden die Listen der Arten, für die Handelsbeschränkungen gelten, angepasst. Die Delegierten der 180 Cites-Vertragsstaaten beschäftigen sich seit Samstag mit der längsten Tagesordnung ihrer Geschichte. Auf der Agenda stehen unter anderem 56 Anträge zum Schutz von Nashörnern, Giraffen, Jaguaren und Haien.