Die globale Erderwärmung bedroht weltweit die Bananenernte – und damit die Existenz eines weitreichenden Wirtschaftszweigs. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der britischen Universität Exeter, die in dem Fachjournal Nature Climate Change veröffentlicht wurde. Demnach sei auch aufgrund des fortschreitenden Klimawandels ein starker Rückgang der Erträge in wichtigen Anbauländern zu erwarten.

Anders, als es die aktuellen Statistiken derzeit zeigen – durchschnittlich ernteten die Bananenbauern in den meisten Anbauländern seit den Sechzigerjahren deutlich mehr pro Hektar –, werden sich die Erträge bis 2050 deutlich reduzieren oder könnten ganz verschwinden. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls das Forschungsteam um den Biowissenschaftler Daniel Bebber – oder vielmehr die von ihnen entwickelte Modellrechnung. Diese berücksichtigte die Daten zum Anbau in 27 Ländern, Daten zu den idealen Temperatur- und Niederschlagsbedingungen und zur prognostizierten Klimaentwicklung in der jeweiligen Region.

Das Fazit der Wissenschaftler, wie es Teamleiter Bebber zusammenfasst: "Wir sind sehr besorgt über den Einfluss von Krankheiten auf die Banane. Der Einfluss des Klimawandels aber wurde bisher weitgehend ignoriert." Die besonders betroffenen Länder sind dabei zugleich unter den weltweit wichtigsten Anbaugebieten der auch in Deutschland beliebten Frucht. Darunter sind Indien als der weltweit größte Produzent für Bananen sowie Costa Rica, Guatemala, Panama, die Philippinen, Brasilien und Kolumbien. Letztere müssen laut des Forscherteams mit besonders großen Verlusten rechnen.

Bebber und seine Wissenschaftskollegen bezeichneten die Banane als die entscheidende Nutzpflanze für etliche Millionen Menschen. Sie liefere wichtige Nährstoffe, ihr Anbau in tropischen und subtropischen Ländern biete etlichen Menschen ein Einkommen. Den deutschen Markt erreichten nach Angaben des Deutschen Fruchthandelverbands vor allem Bananen der Sorte Cavendish – ausgerechnet der Sorte, die von einer bislang vor allem in Asien und Afrika grassierenden Bananenkrankheit befallen wurde.

Laut des kolumbianischen Landwirtschaftsinstituts (ICA) – das Land ist der fünftgrößte Bananenexporteur weltweit – sind die Pflanzen mit der Krankheit Tropical Race 4 (TR 4) infiziert, einem Schlauchpilz, der die Stauden absterben lässt. Betroffen ist demnach das Department La Guajira im Nordosten des Landes, nach Angaben des Deutschen Fruchthandelverbands das mit Abstand bedeutendste Herkunftsgebiet von Bananen für den europäischen und nordamerikanischen Markt. Die befallenen Flächen müssen nun gerodet werden und sind für den Bananenanbau nicht mehr verwendbar.