Die Jahre von 2015 und 2019 sind nach vorläufigen Berechnungen der Weltwetterorganisation (WMO) die heißeste Fünfjahresperiode seit Beginn der Messungen vor rund 150 Jahren gewesen. Die durchschnittliche Temperatur habe in diesem Zeitraum um 1,1 Grad über jener der vorindustriellen Zeit gelegen. Verglichen mit der vorherigen Fünfjahresperiode lag der Anstieg bei 0,2 Grad. Das geht aus dem neuen Klimabericht der WMO hervor.

Um den Anstieg der Durchschnittstemperatur bis 2100 unter zwei Grad zu halten, müssten die Anstrengungen zur Reduzierung der Treibhausgase verdreifacht werden, sagte WMO-Generaldirektor Petteri Taalas. Um die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, sei eine Verfünffachung notwendig. Das Zwei-Grad-Ziel halten Wissenschaftler für das Mindeste, um eine gefährliche Störung des Weltklimas abzuwenden.

Im Weltklimaabkommen von Paris hatten vor vier Jahren 184 Staaten vereinbart, eine Begrenzung von 1,5 Grad anzustreben. Würden alle Staaten jedoch ihre aktuelle Klimapolitik fortsetzen, wird eher eine Erwärmung zwischen 3,0 und 3,4 Grad erwartet. Selbst wenn sie ihre jeweiligen Selbstverpflichtungen erfüllen, würde das die Erwärmung lediglich auf 2,6 bis 2,9 Grad beschränkten, schätzen Experten.

"Alle Signale und Folgen des Klimawandels – der Anstieg des Meeresspiegels, der Eisverlust, das Extremwetter – sind stärker geworden", berichtete die WMO. Es sei dringend nötig, jetzt ehrgeizige Klimaziele zu setzen. "Der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt sich und wir fürchten, dass ein abrupter Rückgang des Eises in der Antarktis und in Grönland die Entwicklung noch verschärft", sagte Taalas. 

Die WMO trägt in dem Bericht die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zum dramatischen Rückgang des Eises, dem Anstieg des Meeresspiegels, der Versauerung der Meere sowie den klimatischen Ursachen für extreme Hitzewellen, Waldbrände und Überschwemmungen zusammen.

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