Im brasilianischen Amazonasgebiet ist zuletzt so viel Regenwald zerstört worden wie seit 2008 nicht mehr. Das teilte das Weltrauminstitut des Landes INPE mit. In den zwölf Monaten von August 2018 bis Juli 2019 wurden demnach 9.762 Quadratkilometer Wald abgeholzt. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg um 29,5 Prozent.

Die hohen Abholzungszahlen und Waldbrände von August und September sind nicht in der aktuellen Statistik enthalten, sondern fließen in die Daten des nächsten Jahres mit ein. Die Daten basieren auf Satellitenbildern, die Genauigkeit des verwendeten Systems liegt bei 95 Prozent. Eine endgültige Version des jetzt veröffentlichten Berichts soll Anfang 2020 herausgegeben werden.

Zwischen August 2017 und Juli 2018 hatte die Abholzung 7.536 Quadratkilometer betragen. 2004 hatte die Zerstörung mit 27.772 Quadratkilometern ihren Höchststand erreicht. Seit dem historischen Tief von 2012 mit 4.571 Quadratkilometern nahm der Wert wieder zu.

Brasilien - Jaír Bolsonaro bringt das Klima in Gefahr Der brasilianische Präsident Jaír Bolsonaro geht radikal gegen den Regenwald und seine indigene Bevölkerung vor. Das hat Auswirkungen auf den Klimawandel, erklärt Dagny Lüdemann.

Die Naturschutzorganisation WWF führte die Entwicklung auf die Politik des neuen Präsidenten Jair Bolsonaro zurück. Die Lage im größten Regelwaldgebiet der Erde sei völlig außer Kontrolle, sagte der Experte des WWF für Brasilien, Roberto Maldonado. "Das geschieht nicht zufällig."

Die Amazonaswälder spielen eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung des globalen Klimas. Wegen zahlreicher Brände in der Region war Bolsonaro international kritisiert worden. Am 23. August unterzeichnete er schließlich ein Dekret für einen Armeeeinsatz gegen die Brände am Amazonas.