Mehr als 11.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 153 Ländern fordern mehr Klimaschutz. In einer gemeinsamen Erklärung im Fachjournal BioScience (Ripple et al., 2019) konstatieren sie, ohne grundlegendes Umsteuern sei "unsägliches menschliches Leid" nicht mehr zu verhindern. "Aus den vorliegenden Daten wird klar, dass ein Klima-Notfall auf uns zukommt." Fast drei Viertel der 184 Zusagen zum Einsparen von Treibhausgasen, die Länder im Rahmen des Pariser Abkommens eingereicht haben, sind dem zugehörigen Bericht zufolge nicht ehrgeizig genug.

Der weltweite Ausstoß an Treibhausgasen lag 2017 bei rund 50 Milliarden Tonnen C02—Äquivalenten. Gemessen am Ziel, diesen Ausstoß bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren, seien nur die 28 EU-Staaten gemeinsam und sieben weitere Länder auf Kurs. Die fünf Autoren fordern Veränderungen vor allem in sechs Bereichen: Umstieg auf erneuerbare Energien, Reduzierung des Ausstoßes von Stoffen wie Methan und Ruß, besserer Schutz von Ökosystemen wie Wäldern und Mooren, Konsum von mehr pflanzlichen und weniger tierischen Produkten, nachhaltige Veränderung der Weltwirtschaft und Eindämmung des Anwachsens der Weltbevölkerung.

Im Fokus des Berichts stehen vier Nationen, die zusammen mehr als die Hälfte der weltweiten Treibhausgase ausstoßen: China, Indien, die USA und Russland. China und Indien haben zugesagt, die Emissionen langsamer wachsen zu lassen als ihre Wirtschaft. Russland hat noch keinen Plan eingereicht.

Die USA haben am Montag – wie von Präsident Donald Trump im Juni 2017 angekündigt – bei den Vereinten Nationen offiziell ihre Kündigung für das Pariser Abkommen eingereicht. Trump hatte das Abkommen als zu kostspielig und den Vereinigten Staaten gegenüber unfair kritisiert. Der Schritt stieß international auf Kritik. "Der Rest der Welt steht zusammen beim Klimaschutz", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD).

Im Pariser Abkommen haben sich fast alle Staaten der Welt das Ziel gesetzt, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad und möglichst 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, um katastrophale Folgen wie Hitzewellen und Dürren, extreme Regenfälle und den Anstieg der Meeresspiegel zu begrenzen. Ginge es weiter wie bisher, läge der Anstieg Ende dieses Jahrhunderts wohl bei gut drei Grad. Alle fünf Jahre sollen die Pläne des Pariser Abkommens nachgeschärft werden, das nächste Mal 2020.

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