Nach der Absage Chiles für die Weltklimakonferenz im Dezember steht Madrid als neuer Austragungsort fest. Diese Entscheidung gab das Klimasekretariat der Vereinten Nationen (UNFCCC) nach einer Dringlichkeitssitzung bekannt. Damit kann die Konferenz wie geplant vom 2. bis 13. Dezember stattfinden. Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez, der sich am 10. November einer erneuten Parlamentsneuwahl stellen muss, feierte die Zusage als "exzellente Nachricht".

Treffpunkt der internationalen Klimadiplomatie sollte eigentlich Santiago de Chile sein. Wegen der anhaltenden Proteste im Land hatte die chilenische Regierung die Konferenz jedoch abgesagt. Am Donnerstag hatte Spanien seine Hauptstadt als Austragungsort angeboten – sowohl die Klimachefin der Vereinten Nationen, Patricia Espinosa, als auch die Bundesregierung hatten diesen Vorstoß begrüßt.

Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums hatte gesagt, dass man sich über den Vorschlag freue. "In Bonn wäre das so kurzfristig logistisch nicht möglich gewesen." Die frühere Bundeshauptstadt – dort hat das UN-Klimasekretariat seinen Sitz – war zunächst als Ersatzort im Gespräch, so wie bereits vor zwei Jahren, als Bonn für den eigentlichen Gastgeber Fidschi eingesprungen war. Damals gab es aber einen sehr viel längeren Vorlauf.

Greta Thunberg will zurück – möglichst klimaneutral

Die Weltklimakonferenz gilt als einer der bedeutendsten Gipfel der Vereinten Nationen und ist mit mehreren Zehntausend Besuchern und Abgesandten mit erheblichem organisatorischen Aufwand verbunden. Es geht um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, mit dem die Weltgemeinschaft die Erderwärmung auf unter zwei Grad begrenzen will. Dieses Jahr soll es unter anderem darum gehen, nach welchen Regeln Staaten mit Verschmutzungsrechten handeln können.

Zu der Konferenz werden mehr als 20.000 Delegierte erwartet sowie Tausende Vertreter der Zivilgesellschaft, Wissenschaftler, Wirtschaftsvertreter und Journalisten. Spanien bleiben nun nur rund vier Wochen, dafür die logistischen Voraussetzungen zu schaffen.

Vor einer besonderen Herausforderung steht die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Die 16-Jährige war Mitte August über den Atlantik gesegelt, um möglichst klimaneutral an der Konferenz (und zuvor an der UN-Generalversammlung) teilnehmen zu können. Nun will sie nach Europa zurückkehren – ebenfalls möglichst klimaneutral. "Es stellt sich heraus, dass ich um die halbe Welt gereist bin, in die falsche Richtung:)", twitterte sie. "Ich muss jetzt eine Möglichkeit finden, den Atlantik im November zu überqueren. Wenn irgendjemand mir helfen könnte, ein Verkehrsmittel zu finden, wäre ich so dankbar."