Wegen der extremen Dürre hat Australien mit der Tötung von bis zu 10.000 Kamelen begonnen. Die Tiere gefährdeten entlegene Ortschaften der Ureinwohner, teilten die Behörden im Bundesstaat South Australia mit. Große Herden seien auf der Suche nach Wasser und Nahrung bis in die Gemeinden vorgedrungen, verschmutzten das Trinkwasser und plünderten die knappen Lebensmittelvorräte.

Die Kamele werden den Angaben zufolge von Hubschraubern aus von Scharfschützen abgeschossen. Die Tötung erfolge nach höchsten Tierwohlstandards, versicherte das Umweltministerium des Bundesstaates. Sie diene nicht nur dem Schutz der Menschen, sondern auch dem Wohl der Herden. Es seien bereits Tiere verdurstet oder hätten sich gegenseitig totgetrampelt, hieß es. 2019 war das trockenste Jahr in Australien seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Kamele gelten in Australien als Plage, da sie Quellen verseuchen und bei der Futtersuche Pflanzen zertrampeln. Grundbesitzer in der betroffenen Region Anangu Pitjantjatjara Yankunytjatjara fangen seit Jahren Kamele ein und verkaufen sie. In jüngster Zeit seien sie der großen Zahl von Tieren, die wegen der Dürre in das Gebiet strömten, jedoch nicht mehr Herr geworden, teilte das Umweltministerium mit.

Kamele wurden in Australien erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts aus Indien eingeführt, um sie für die Erschließung des riesigen Binnenlandes zu nutzen. Heute leben in der australischen Wüste vermutlich so viele wilde Kamele wie nirgendwo sonst auf der Welt. Schätzungen gehen von mehr als einer Million Tiere aus.

2019 war das trockenste Jahr in Australien seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Bei den jüngsten Waldbränden in Australien, die vor allem den Bundesstaat New South Wales betreffen, kamen bereits 26 Menschen und zahlreiche Tiere ums Leben. Seit Beginn der Feuer brannten etwa 110.000 Quadratkilometer Land nieder.