Buschbrände, Wildfeuer, Waldbrände, Flächenbrände, Flammeninferno – deutsche Medien finden dieser Tage viele Wörter, um die ungebändigten Feuer in Australien zu beschreiben. Schnell macht das Berichte unpräzise. Wie also das scheinbar Unbeschreibliche präzise ausdrücken?

Buschfeuer

Brände in Australien werden im Englischen häufig bushfire genannt. Wahrscheinlich ist die wörtliche Übersetzung Buschfeuer oder Buschbrand deshalb so oft zu lesen. Die Australierinnen und Australier meinen damit meist Brände von spärlich besiedelten, reich bewachsenen Landschaften – von brennenden Bäumen über Gestrüpp bis hin zu ganzen Wäldern kann alles unter den Begriff fallen. Wirklich präzise ist er nicht.

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Waldbrand

Ähnlich, wie die Menschen in Australien das Wort bushfire benutzen, sprechen Deutsche von Waldbränden, wenn die Landschaft brennt. Wenn aber neben Wald auch Büsche, Felder und Wiesen in Flammen stehen, ist auch dieser Begriff eher unpassend. Fachleute sagen dann lieber Vegetationsbrände – was bedeutet, dass Pflanzen brennen. Moor- und Wiesenbrände zählen auch dazu.

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Landschaftsbrand

In Australien brennt aber nicht nur die Vegetation. Das Feuer macht kaum vor Autos, Wohnhäusern oder Gartenhütten halt. Der passendste Oberbegriff für all das, was aktuell in Australien passiert, ist deshalb Landschaftsbrand. Dies meint brennende Natur genauso wie in Flammen stehende Häuser oder Müllhalden. Auf der internationalen Wildfire-Fachkonferenz in Brasilien im vergangenen November war entsprechend auch von landscape fire die Rede.

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Wildfeuer

Ein Wort, das es im Deutschen eigentlich nicht gibt. Dessen Ursprung ist leicht herzuleiten: Es handelt sich um eine eingedeutschte Version des englischen Wortes wildfire. Wer es dennoch gebrauchen will, sollte einen unkontrollierten Landschaftsbrand im Sinn haben. So ist es auch unter Fachleuten geläufig.

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Flächenbrand

Diesen Begriff verwenden Journalisten und Journalistinnen häufig, um Brände auf einer großen Landfläche zu beschreiben. Das kann zu Missverständnissen führen, denn die Feuerwehr nutzt ihn eher, wenn es um Brände auf dem offenen Land geht, abseits eines Waldes – etwa auf einem Getreidefeld. Wer von Flächenbrand spricht, sollte also den Kontext herstellen.

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Fazit

Keiner der genannten Begriffe eignet sich, um all das, was in Australien derzeit geschieht, umfassend zu beschreiben. Richtig wäre es, einfach von Feuern und Bränden zu sprechen. Lokal lässt sich dann zwischen Buschfeuern und Waldbränden unterscheiden, je nach Art der Vegetation. Von Landschaftsbränden zu reden, ist in den meisten Fällen korrekt. Vegetationsbrände sind all die Brände, bei denen keine Siedlungen betroffen sind. Wildfeuer ist eine wörtliche Übersetzung aus dem Englischen – das Äquivalent zu wildfire – und war hierzulande bislang nicht gebräuchlich, auch wenn es derzeit immer wieder zu lesen ist.

Mitarbeit: Johann Georg Goldammer, Direktor des Global Fire Monitoring Center (GFMC)

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