Forscher in Kenia haben nach eigenen Angaben erfolgreich einen Embryo des fast ausgestorbenen Nördlichen Breitmaulnashorns gezeugt. Aktuell leben nur noch zwei weibliche Tiere der Unterart. Der entwicklungsfähige Embryo ist der dritte im Labor geschaffene. Er entstand aus Eiern von einem der beiden verbliebenen Weibchen. Sie wurden mit eingefrorenem Sperma eines inzwischen toten Bullen befruchtet.

Die Embryos werden in flüssigem Stickstoff gelagert und sollen in den kommenden Monaten einer Leihmutter eingepflanzt werden, und zwar einem Südlichen Breitmaulnashorn. Es sei fantastisch zu sehen, "dass wir durch die Wissenschaft den tragischen Verlust dieser Unterart rückgängig machen können", sagte der kenianische Wildtierminister Najib Balala.

Langfristiges Ziel sei eine Herde von mindestens fünf Tieren, die wieder in ihren natürlichen Lebensraum ausgewildert werden können. Doch bis es so weit sei, könnten noch Jahrzehnte vergehen.

Letzter Bulle starb 2018

Die beiden letzten weiblichen Nördlichen Breitmaulnashörner haben die Namen Najin und Fatu. Sie leben in Kenia. Die drei Embryos wurden mit Eiern von Fatu gezeugt. Jetzt werde das Team alles daran setzen, dasselbe auch mit der 30-jährigen Najin zu erreichen, bevor es für sie zu spät sei, sagte Thomas Hildebrandt vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung, der an dem Projekt beteiligt ist.

Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn war der 45 Jahre alte Sudan, benannt nach seinem Geburtsland. Wegen Krankheiten im Zusammenhang mit seinem hohen Alter wurde er 2018 eingeschläfert. Nashörner sind weltweit nicht zuletzt durch Wilderei stark bedroht.