Feuer im Krefelder Zoo - Affenhaus brennt komplett nieder Ein Feuer hat in der Nacht das Affenhaus des Zoos komplett zerstört, mehr als 30 Tiere starben. Die Polizei vermutet fahrlässige Brandstiftung durch Himmelslaternen. © Foto: Christoph Reichwein/dpa

Ein Feuer hat in der Silvesternacht das Affentropenhaus des Krefelder Zoos komplett zerstört. Fast alle Tiere, die in dem rund 2.000 Quadratmeter umfassenden Gebäude lebten, starben nach Angaben des Zoos in dem Feuer. "Unsere schlimmsten Befürchtungen sind Realität geworden", hatte der Zoo am frühen Mittwochmorgen auf seiner Facebook-Seite berichtet.

Am Mittag gab die Polizei auf einer Pressekonferenz im Zoo bekannt, dass zwei Schimpansen lebend aus dem Gebäude gerettet werden konnten. Mehr als 30 Tiere sind in den Flammen gestorben, darunter acht Menschenaffen, wie Zoodirektor Wolfgang Dreßen sagte. In dem 1975 eröffneten Haus, das bis auf das Grundgerüst niederbrannte, lebten neben Orang-Utans, Schimpansen und zwei alten Gorillas nach Angaben der Zoowebsite auch Krallenaffen und Nagetiere der Gattung Aguti sowie freifliegende Vögel und Epauletten-Flughunde. Auch diese Tiere kamen im Feuer um.

Gorillas im Freigehege haben überlebt

Der Gorilla-Garten des Zoos, in dem Westliche Flachlandgorillas gehalten werden, blieb nach Angaben des Zoos von den Flammen verschont. Eine junge Gorillafamilie aus sieben Mitgliedern überlebte das Feuer in dem Freigehege, das an das Affenhaus grenzt, wie der Zoo am Mittwoch bekannt gab. 

Die Feuerwehr berichtete, Anwohner hätten um 00.38 Uhr über den Brand informiert. Die Einsatzkräfte seien wenige Minuten später vor Ort gewesen. Beim ihrem Eintreffen habe das Affenhaus bereits im Vollbrand gestanden. 

Illegale Himmelslaternen unter Verdacht

Die genaue Ursache für das Feuer war am Neujahrstag weiterhin nicht bekannt, doch die Kriminalpolizei hat einen Verdacht: Eine oder mehrere illegale Himmelslaternen könnten das Feuer im Affenhaus entfacht haben. Drei solcher Laternen seien von der Polizei in der Nähe der Brandstätte sichergestellt worden, hieß es auf der Pressekonferenz. Sie sollen aus dem Krefelder Stadtgebiet steigen gelassen worden sein, teilte die Polizei mit, die nun wegen fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.

Die schwebenden, aus Asien bekannten Laternen, die man früher in einigen Bundesländern noch unter Genehmigung von Luftfahrtämtern – etwa zu Hochzeiten – fern von Flughäfen und Wohngebieten fliegen lassen durfte, sind heute bundesweit verboten. Genehmigungen werden auch dort, wo die Rechtslage nicht ganz eindeutig ist, in aller Regel nicht mehr erteilt.

Die Löscharbeiten der Feuerwehr waren nach Angaben, die der Zoo auf Facebook machte, bis spät in der Nacht im Gang, die Kriminalpolizei ermittele. Das Feuer war am Morgen unter Kontrolle. Der Zoo, den jedes Jahr rund 400.000 Menschen besuchen, bleibt am 1. Januar geschlossen.