Asiatische Staaten wehren sich gegen die Plastikflut: Malaysia hat seit in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben 4.000 Tonnen Plastikmüll an wohlhabende Länder zurückgeschickt. 43 Container wurden nach Angaben des Umweltministeriums nach Frankreich zurückgesandt, 42 nach Großbritannien, 17 in die USA, elf nach Kanada, zehn nach Spanien und der Rest nach Hongkong, Japan, Singapur, Portugal, China, Bangladesch, Sri Lanka und Litauen. Bis Mitte des Jahres würden weitere 110 Container zurückgeschickt, sagte Malaysias Umweltministerin Yeo Bee Ying.

Bereits 2018 hatte China angekündigt, keinen Plastikmüll mehr einzuführen. Seitdem wird ungewollter Müll oft nach Südostasien umgeleitet, wogegen sich Malaysia und andere Schwellenländer wehren. In China wurde in einer nun veröffentlichten Verfügung das bestehende Importverbot für Plastikmüll bekräftigt.

Allerdings geht der Plan noch weiter. China verbietet künftig Plastiktüten in Supermärkten und den Einsatz von Einwegprodukten aus Kunststoff in Hotels und Restaurants. Die staatliche Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) verkündete einen schrittweisen, "ehrgeizigen Plan" zur Verringerung von Plastikmüll in den nächsten fünf Jahren. Demnach dürfen ab Ende dieses Jahres in großen Metropolen in Supermärkten und anderen Geschäften keine Plastiktüten mehr herausgegeben werden. Stattdessen sollen nur noch Beutel aus Stoff, Papier oder anderen abbaubaren Materialien verwendet werden. Auch Essensverpackungen sollen aus Werkstoffen bestehen, die sich natürlich zersetzen.

Die Gastronomie darf in großen Städten Chinas ab Ende des Jahres kein Plastikbesteck mehr aushändigen – in kleineren Städten gelten die Verbote ab Ende 2022. Ab dann dürfen Hotels, die mit Sternen ausgezeichnet sind, ihren Gästen auch keine Produkte wie Zahnbürsten oder Kämme anbieten, sie sollen dann über Automaten verkauft werden müssen. Ende dieses Jahres werden auch Strohhalme aus Plastik landesweit verboten.

China ist der größte Hersteller von Plastik und hat einen Anteil von rund einem Drittel an der weltweiten Produktion. Plastik landet oft in der Landschaft oder im Meer. Allein im Pazifik und dem Indischen Ozean gibt es drei Müllstrudel. Mittlerweile wird versucht, den Müll auf Hoher See einzusammeln

Mit dem Plan hofft die chinesische Regierung, bis 2025 die Umweltverschmutzung mit Plastik "wirksam unter Kontrolle zu bringen" und die Menge von Plastikabfällen auf den Müllkippen wichtiger Städte "bedeutend zu reduzieren", heißt es in den Anweisungen der Reformkommission.

Paketdienste dürfen kein Plastik verwenden

Paketdienste in großen Städten wie Peking, Shanghai oder in wirtschaftlich boomenden Provinzen wie Jiangsu, Zhejiang, Fujian oder Guangdong dürfen ab Ende 2022 auch keine Plastiktüten mehr als Verpackung benutzen. Auch wird Kurierdiensten der Einsatz gewebter Säcke aus Kunststoff untersagt. Ende 2025 soll das Verbot landesweit gelten, heißt es in den Anweisungen des obersten Wirtschaftslenkungsorgans. Verboten sind auch die Produktion und der Einsatz von besonders dünnen Plastiktüten oder solchen Folien für die Landwirtschaft.

Die EU hatte sich 2018 entschlossen, ab 2021 Einwegplastik wie Trinkhalme oder Besteck zu verbieten, wenn es dafür Alternativen gibt.