Die Sonne scheint, die ersten Knospen sprießen, Blumen öffnen ihre Blüten und die Vögel haben längst begonnen, um die Wette zu zwitschern. Schon jetzt im April ist das Wetter in vielen Teilen Deutschlands beinahe sommerlich. Das Jahr 2020 macht dort weiter, wo die warmen Monate von 2018 und 2019 aufgehört haben: Es regnet kaum. Fast im gesamten Land ist es viel zu trocken. Genauer gesagt: Im Boden herrscht Dürre – je tiefer, desto trockener ist er. Betroffen sind besonders Böden in Sachsen, Brandenburg und Bayern.
Deutlich zu sehen ist das auf dem Dürremonitor, einem Projekt von Forschenden des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. Der Monitor trägt regelmäßig Daten zur Bodenfeuchte zusammen und zeigt aktuell: Oberflächlich, in bis zu 25 Zentimetern Tiefe, ist der Boden in fast gesamt Deutschland ungewöhnlich trocken. Beinahe überall herrscht Dürre, zum Teil ist sie sogar mehr als extrem (siehe Karte zu "Oberboden"). In Tiefen von bis zu 180 Zentimetern ist der Boden sogar noch trockener (siehe Karte zu "Gesamtboden").
Viele Teile des Landes leuchten auf der Karte dunkelrot – in diesen Gegenden herrscht außergewöhnliche Dürre. Und im April 2020 gibt es kaum eine Region in Deutschland, in der die Böden nicht zumindest ungewöhnlich trocken sind.
Angesichts des immer wieder grauen Wetters der vergangenen Monate und einigen Hochwassermeldungen vom Rhein, der Mosel und Elbe mag das überraschen. Gerade im April, wenn der Winter gerade vorbei ist, sollte der Boden durch die Niederschläge des Winters wieder reichlich angefeuchtet sein.
Der Boden ist trockener als sonst zwischen 1951 und 2015
Um zu verstehen, wie das sein kann, starten wir mit einer Definition, was Dürre wissenschaftlich gesehen überhaupt ist: ein Vergleich der aktuell gemessenen Bodenfeuchtigkeit mit Daten aus vergangenen Jahren – immer in der gleichen Jahreszeit, im gleichen Monat.
Das heißt: Im April 2020 ist der Boden dürr, weil er trockener ist als in mindestens 80 Prozent der Aprilmonate in den Jahren von 1951 bis 2015, dem definierten Referenzzeitraum.
Und je dunkler das Rot auf den Monitorkarten leuchtet, desto seltener kam es vor, dass es in jenen 65 Jahren in einem April einmal so trocken war wie jetzt. Dort, wo der Boden auf den Monitorkarten in seinem dunkelsten Rot leuchtet – vor allem in Sachsen und Brandenburg –, ist er sogar aktuell mindestens so trocken wie sonst nur in zwei Prozent der Aprilmonate zwischen 1951 und 2015.
Wem das zu kompliziert ist, kann sich einfach merken: Überall dort, wo die Karte in Rot, Gelb oder ockerfarben leuchtet, ist es zu trocken – je dunkler, desto ungewöhnlicher ist die Dürre. Eine genaue wissenschaftliche Beschreibung zur Dürre gibt es auf der Website des Dürremonitors.
Diese Definition von Dürre kann missverständlich sein. Denn umgangssprachlich wird das Wort häufig verwendet, um auszudrücken, dass es einfach ziemlich trocken ist. Doch wissenschaftlich gesehen kann der Boden auch dann dürr sein, wenn er eigentlich nass ist. Wer im Februar den Boden eines Brandenburger Forsts genauer untersucht hat, hatte wahrscheinlich feuchte Erde zwischen den Fingern – und doch könnte diese Region auf den Monitorkarten dunkelrot geleuchtet haben, während ein gefühlt staubtrockener Boden im August auf den Karten gerade mal hellgelb eingefärbt ist.
Das historische Ausmaß
Noch nicht einmal zwischen 1971 bis 1976, die zu den extremsten bisher gemessenen Dürrejahren zählen, oder sonst irgendwann in den vergangenen beinahe sieben Jahrzehnten erreichte die Trockenheit ein so extremes Ausmaß wie in den zwei vergangenen Jahren.
2018 stellte gleich mehrere Wetterrekorde auf. Allen voran hat es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 noch nie ein Jahr gegeben, in dem so wenig Niederschlag fiel wie 2018. Von April bis in den November hinein war es zu warm, zu trocken und zu sonnig. Wie ein Vergleich mit den Dürredaten aus den Sommern bis ins Jahr 1952 zeigt, war der Boden allein deswegen so belastet wie in nur wenigen Jahren zuvor. Doch dann kam der Sommer 2019.
Die Sonne scheint, die ersten Knospen sprießen, Blumen öffnen ihre Blüten und die Vögel haben längst begonnen, um die Wette zu zwitschern. Schon jetzt im April ist das Wetter in vielen Teilen Deutschlands beinahe sommerlich. Das Jahr 2020 macht dort weiter, wo die warmen Monate von 2018 und 2019 aufgehört haben: Es regnet kaum. Fast im gesamten Land ist es viel zu trocken. Genauer gesagt: Im Boden herrscht Dürre – je tiefer, desto trockener ist er. Betroffen sind besonders Böden in Sachsen, Brandenburg und Bayern.
Deutlich zu sehen ist das auf dem Dürremonitor, einem Projekt von Forschenden des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig. Der Monitor trägt regelmäßig Daten zur Bodenfeuchte zusammen und zeigt aktuell: Oberflächlich, in bis zu 25 Zentimetern Tiefe, ist der Boden in fast gesamt Deutschland ungewöhnlich trocken. Beinahe überall herrscht Dürre, zum Teil ist sie sogar mehr als extrem (siehe Karte zu "Oberboden"). In Tiefen von bis zu 180 Zentimetern ist der Boden sogar noch trockener (siehe Karte zu "Gesamtboden").