Die weltweite Masse an Elektroschrott nimmt laut einem Bericht der UN deutlich zu. Laut dem Global E-Waste Monitor 2020 kamen im Jahr 2019 etwa 53,6 Millionen Tonnen Elektromüll zusammen. Das sei ein Zuwachs von 21 Prozent innerhalb von fünf Jahren – und laut den Autorinnen und Autoren des Berichts ein Rekordwert. Nach ihrer Berechnung bräuchte man 350 Schiffe in der Größe des Kreuzfahrtdampfers Queen Mary 2, um all die ausrangierten Monitore, weggeworfenen Handys und entsorgten Kühlschränke aufzuwiegen, die die Menschheit im vergangenen Jahr produziert hat. Im Jahr 2030 rechnen die Experten mit insgesamt 74 Millionen Tonnen neuem Elektroschrott.
Gezählt wird für die Erhebung alles, was einen Stecker oder eine Batterie hat. Ein Zuwachs an Müll stellen die Expertinnen und Experten unter anderem bei Geräten fest, die zur Temperaturregulierung dienen. Die Menge an entsorgten Klimaanlagen und Kühlschränken hat um sieben Prozent im Vergleich zu 2014 zugenommen. In Europa entsteht pro Kopf betrachtet mit durchschnittlich 16,2 Kilogramm im Jahr 2019 der meiste Elektroschrott.
Durch technische Innovationen bei mitunter kurzer Lebensdauer der Geräte werde immer mehr Schrott angesammelt. "Das ist der wackelnde Hund, das ist das elektrische Werkzeug für den Garten, das sind intelligente Kleidungsstücke, die den Puls messen", sagt Rüdiger Kühr, einer der Autoren des Berichts. Solcherlei Gegenstände werden teilweise schnell wieder entsorgt. Ein weiterer Grund sei der wachsende Wohlstand: Ein größerer Teil der Weltbevölkerung habe mittlerweile die Möglichkeit, sich bestimmte Geräte zu leisten, so Kühr. Zudem ist die eigenhändige Reparatur bei vielen technischen Gegenständen nur erschwert möglich.
In Europa werden 42 Prozent recycelt, in Afrika nicht einmal ein Prozent
Zudem werde zu wenig des produzierten E-Schrotts recycelt. Laut dem Bericht waren es 2019 nur 17,4 Prozent des Mülls, nicht einmal mal ein Fünftel. Die Recyclingaktivitäten könnten nicht Schritt halten mit der Geschwindigkeit, in der neuer Schrott produziert werde. In Europa betrage die Recyclingquote immerhin noch 42,5 Prozent. In Asien wurden 11,7 Prozent des Elektromülls recycelt, in Afrika 0,9 Prozent.
Dies ist auch wegen des Materialwerts der alten Elektrogeräte problematisch. Aufgrund von Gold-, Silber-, Kupfer- oder Platinanteilen belaufe sich der Wert des Mülls des Jahres 2019 auf 57 Milliarden US-Dollar. Die meisten dieser Stoffe werden allerdings nicht herausgelöst, sondern verbrannt oder entsorgt. Auch in Deutschland sei die Mülltrennung bei Elektroschrott nicht fortschrittlich. Die Sammelquote liege dank Containern, Fachmärkten und Recyclingzentren bei etwa 50 Prozent, vieles werde aber weiterhin nicht fachgerecht entsorgt.
Eine Lösung könnten laut Kühr stärkere Anreize sein, Geräte ordnungsgemäß wegzubringen. Zum Beispiel eine Ermäßigung auf ein neues Gerät, wenn man das alte abgibt. Bei Plastikmüll habe es bereits ein Umdenken gegeben. Dies müsste auch bei Elektroschrott passieren, da man sonst "wirklich auf eine ganz große Krise" zulaufe.
Die weltweite Masse an Elektroschrott nimmt laut einem Bericht der UN deutlich zu. Laut dem Global E-Waste Monitor 2020 kamen im Jahr 2019 etwa 53,6 Millionen Tonnen Elektromüll zusammen. Das sei ein Zuwachs von 21 Prozent innerhalb von fünf Jahren – und laut den Autorinnen und Autoren des Berichts ein Rekordwert. Nach ihrer Berechnung bräuchte man 350 Schiffe in der Größe des Kreuzfahrtdampfers Queen Mary 2, um all die ausrangierten Monitore, weggeworfenen Handys und entsorgten Kühlschränke aufzuwiegen, die die Menschheit im vergangenen Jahr produziert hat. Im Jahr 2030 rechnen die Experten mit insgesamt 74 Millionen Tonnen neuem Elektroschrott.