Bewegungskurse Wohlfühlen am Arbeitsplatz Unternehmen legen immer mehr Wert auf das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Nach dem Arbeitsalltag wird in Bewegungs- und Verhaltenskursen ein ausgewogenes Körpergefühl am Arbeitsplatz und im Leben gelehrt. Rückenschmerzen und Nackenverspannungen sind wohl die ersten körperlichen Leiden, die im Zusammenhang mit täglicher Schreibtisch- und Büroarbeit einfallen. Zudem gehören sie zu den am häufigsten genannten Gründen, von der Arbeit fern zu bleiben. Die Folge sind Gefühlsverstimmungen wie Frustration, Hoffnungslosigkeit und Unzufriedenheit. Um diesem Teufelskreis zu entgehen und um für ein besseres Arbeitsklima zu sorgen, bieten immer mehr Unternehmen Kurse der Bewegungslehre für ihre Mitarbeiter an. Geeignete Methoden sind Alexander- Technik, Feldenkrais-Methode und Tai Chi. In der Bewegungslehre geht es um das Zusammenspiel von Körper und Geist. Körpertherapeuten haben wissenschaftlich belegt, dass zwischen Körperhaltung und Lebensqualität ein Zusammenhang besteht. Die Wirbelsäule, die alle Körperteile miteinander verbindet, beeinflusst nicht nur die Beweglichkeit, sondern lenkt auch das Fühlen, Denken und Handeln. Gebrauch des Selbst
Die F. M. Alexander-Technik basiert darauf, dass alle geistigen, seelischen und körperlichen Prozesse miteinander verknüpft sind. Die meisten Menschen reagieren in gewohnten Verhaltensmustern, da sich diese für sie richtig anfühlen. Alles was außerhalb des Gewohnten liegt, empfindet man als unangenehm und schlecht. Diese Gewohnheiten gilt es zu erkennen und zu lösen. Durch wiederholtes Innehalten erinnert man sich daran, auf Reize nicht in der gewohnten Art zu reagieren - es ist der bewusste Gebrauch des Selbst.
Alltagsbewegungen wie Gehen, Stehen, Sitzen oder nach Etwas Greifen sind typische Themen des Unterrichts. Auch an spezifischen Bewegungsabläufen kann gearbeitet werden: Alexander-Technik für Musiker oder Alexander-Technik für Bildschirmtätigkeiten. In Einzel- oder Gruppenstunden gibt der Lehrer verbale Anweisungen, die sich an die fühlbare körperliche Wirklichkeit richten. Zusätzlich wird mit Berührungen durch die Hände des Lehrers darauf hingewiesen, wo überflüssige Spannung losgelassen werden kann. Der Schüler soll einen verbesserten Körpergebrauch erfahren und auf andere an Gewohnheiten gebundene Situationen im eigenen Leben projizieren.
www.alexander-technik.org Alexander-Technik Bewusstheit durch Bewegung
Genau wie die Alexander-Technik lehrt die Feldenkrais-Methode die Verbesserung und Verfeinerung jeder Bewegung. Nach ihrem Gründer, dem israelischen Physiker Moshé Feldenkrais, benannt, befähigt die Methode durch bewusst wahrgenommene Bewegungsabläufe das eigene Leben zu lenken. Um sich selbst besser wahrnehmen zu können, muss das Entscheidungsvermögen ausgebildet werden: "Ein jeder bewegt sich, empfindet, denkt, spricht auf die ganz ihm eigene Weise, dem Bild entsprechend, das er sich im Laufe seines Lebens von sich gebildet hat. Um die Art und Weise seines Tuns zu ändern, muss er das Bild von sich ändern, das er in sich trägt", so Feldenkrais 1978. Die Zunahme an Bewusstheit ist die Grundlage, um sich im Alltag entspannter und sicherer bewegen zu können. Auch hier finden die Kurse entweder in einem verbal angeleiteten Gruppenunterricht oder in individuellen Einzelstunden statt.
Der wesentliche Unterschied der beiden Methoden ist, dass bei der Alexander-Technik das Denken lernen in Bezug auf Bewegung im Vordergrund steht. Charakteristisch dafür ist das Unterbrechen einer Bewegung und das anschließende Innehalten. Während bei Feldenkrais erst durch die Bewegung Bewusstmachung stattfindet.
www.feldenkrais.de Ruhe und Gelassenheit
In Parks sieht man gelegentlich Menschen, die sich zeitlupenartig und weich bewegen - sie machen Tai Chi. Die heutzutage in Europa fast ausschließlich unter gesundheitlichen Gesichtspunkten unterrichtete Bewegungskunst, wurde in China ursprünglich als Kampfkunst trainiert. In der langsamen Form des Tai Chi findet sich die gesundheitsfördernde und entspannende Wirkung. In einem Zustand ungezwungener Behaglichkeit soll innere Ruhe gefunden werden, um die Empfindungen für Gleichgewicht und Stabilität zu fördern. Die Bewegungen werden sehr genau ausgeführt, so dass sich die Konzentration lediglich auf den eigenen Körper konzentriert.
Entscheidend ist die richtige Haltung des Körpers: Steißbein, Rücken, Nacken und Kopf sollen in einer Linie bleiben. Gesundheitlich wertvoll ist die fernöstliche Kunst deswegen, weil sich die Körperhaltung verbessert und die verspannte Muskulatur lockert. Die langsamen, fließenden und lockeren Bewegungsabläufe werden von einer natürlichen Atmung begleitet. Das Ziel heißt: Entspannung ohne Erschlaffung, Stärke ohne Verhärtung und Vitalität ohne Nervosität.
www.tai-chi.de Tai Chi