Wir haben zwei Ärzte und eine Heilpraktikerin mit unterschiedlichem Spezialgebiet gefragt, wie Sie diesen Patienten behandeln würden:

Der Allgemeinmediziner:

Husten ist im eigentlichen Sinne keine Krankheit, sondern ein Symptom und kann sehr viele Ursachen haben. Der häufigste Grund für einen Husten ist der sogenannte banale Infekt, der durch Viren oder Bakterien hervorgerufen werden kann.
Besteht ein Husten mehr als drei Wochen, so ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen, weil Husten auch Ausdruck einer ernsthaften Erkrankung sein kann. Husten ist zudem als Abwehrmaßnahme des Körpers aufzufassen. Durch den Husten werden Sekrete, Fremdkörper und Krankheitserreger aus dem Körper befördert.
Bei der Behandlung des störenden - eine Erkältungskrankheit begleitenden - Hustens muss zunächst zwischen trockenem Reizhusten und produktivem Husten, das heißt Husten mit Auswurf, unterschieden werden. Beim produktiven Husten besteht das Behandlungsprinzip darin, den Auswurf zu fördern.
Naturheilkundlich geschieht dies mit ätherischen Ölen wie Minze, Campher, Eukalyptusöl als Inhalation, Einreibung und Teemischung.
Schulmedizinisch mit Ambroxol, Acetylcystein oder Carbocistein zum Beispiel als Brausetablette.
Trockener Reizhusten wird behandelt mit sogenannten schleimhaltigen Hustendrogen wie Isländisch Moos als Pastillen, Malvenblüten als Teemischung und Spitzwegerichkraut als Saft. Beim Husten, der die Nachtruhe stört, kommen zum Beispiel Sonnentaukraut oder Thymianpräparate zum Einsatz.
Ein starker Hustenstiller ist das Codein, welches kurzfristig problemlos eingesetzt werden kann, langfristig allerdings Sucht erzeugen kann. An chemischen Substanzen stehen ebenfalls eine Vielzahl von Präparaten zur Verfügung, wie zum Beispiel Clobutinolhydochlorid, um ein recht brauchbares Mittel zu nennen. Bei der Auswahl von Hustenmedikamenten sollte man auch bedenken, dass viele Präparate Alkohol enthalten.
Gute Besserung!
Hartwig Müller aus Hamburg

Der Naturheilmediziner:

Als Hausmittel kaut man frische Tannen- und Lärchenknospen, die einen normalen akuten Husten stoppen können.
Bei Kindern empfiehlt sich, einen Brustwickel zu machen: Ein feuchtes Handtuch wird um die Brust gewickelt und darüber kommt ein trockenes Handtuch. Damit werden die Kinder - fünfzehn Minuten vor dem ins Bett gehen - hingelegt. Vor dem Schlafen wird der Brustwickel abgenommen. Man kann es durchaus auch in der Nacht wiederholen, falls der Husten dann wieder auftritt.
Efeublätterextrakte als Inhalation haben sich bei Kindern besonders bewährt, man bekommt sie eventuell auch als Tropfen.
Bei Husten mit Heiserkeit empfiehlt sich die Bibernelle-Wurzel, die in allen Apotheken als Präparat erhältlich ist.
Falls der Husten länger besteht und sich aus einem Erkältungshusten eine Bronchitis, also ein Husten mit Fieber, Auswurf, Mattigkeit und Krankheitsgefühl entwickelt, ist der Verdacht einer bakteriellen Bronchitis gegeben.
Daraufhin muss der Allgemeinarzt aufgesucht werden, der eine Blutuntersuchung und eventuell eine Röntgenuntersuchung veranlassen muss. Bei Blutsenkung, wenn die weißen Blutkörperchen erhöht sind und möglicherweise ein Herd im Röntgenbefund zu finden ist, dann ist die Indikation von Antibiotika gegeben - aber auch nur dann. Sollten diese Befunde nicht vorliegen, sollten auf keinen Fall Antibiotika gegeben werden.
Dann kommen naturheilkundliche Mittel in Betracht, die dann sehr viel wirksamer sind. Es bietet sich an, ,Eigenblutinjektionen' mit bestimmten homöopathischen Komplexmitteln, die auf die Bronchien wirken, zu machen oder auch die klassische Homöopathie mit Globuli einzusetzen.
Ich persönlich bevorzuge die klassische chinesische Akupunktur und die Einnahme chinesischer Arzneikräuter, die bei Husten und tiefer sitzender Bronchitis besonders gut wirken. Es ist festzuhalten, dass bei solchen Symptomen auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden muss. Auch für die Verordnung chinesischer Arzneikräuter sollte ein Mediziner, der eine umfangreiche Ausbildung in traditioneller chinesischer Medizin nachweisen kann, um Rat gefragt werden.
Dr. Ralph Peter Schink aus Hamburg

Die Homöopathin:

Kommt ein Patient mit diesem Symptom in meine Praxis, mache ich zu Beginn eine gründliche Erst-Anamnese (Dauer zirka eine Stunde), um mir ein genaues Bild zu verschaffen. Ich schaue mir den Patienten genau an, achte auf seine Gestik, befrage ihn unter anderem zu Lebensgewohnheiten, Vorlieben, Abneigungen, Vorerkrankungen, Erkrankungen in der Familie...
Der genannte Reizhusten kann die unterschiedlichsten Gründe haben, die zwar nicht unbedingt dem Patienten, aber oft mir bereits in diesem ersten Gespräch deutlich werden.
Neben dem naheliegenden Grund einer Erkältung könnten auch psychische Gründe, Stressfaktoren, Umwelteinflüsse eine Rolle spielen (zum Beispiel Nikotin oder Reizstoffe in neuen Möbeln, im Teppichbelag oder -kleber, Reaktionen auf Blumen oder Pflanzen). Anschließend wähle ich nach gründlicher ‚Repertorisation’ das in Frage kommende Mittel aus. Hierbei kann es vorkommen, dass dieses Mittel ein Ungleichgewicht bei dem Patienten behebt, das nichts mit dem Reizhusten zu tun hat. Ist der Ausgleich hergestellt, ist möglicherweise auch der Reizhusten verschwunden.
Ein altes Hausmittel zur Linderung des Reizhustens ist: Zwiebelsaft. Man schneidet zwei bis drei Zwiebeln klein, füllt die Stücke in ein Glas oder Glasgefäß und bedeckt diese mit braunem Kandis. Nach einigen Stunden bildet sich ein Saft, von dem man nach Bedarf einen Teelöffel, vor allem vor dem Schlafengehen, zu sich nimmt.
Ute Teubner aus Hamburg