Il Pomodoro – der Goldapfel – so nennen ihn die Italiener liebevoll. Im erotischen Lexikon wird er sogar als Liebesapfel oder Paradiesapfel bezeichnet. In der Natur gilt er nüchtern als einjähriges Nachtschattengewächs, das ursprünglich aus Südamerika stammte und immerhin seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland angebaut wird. Die Früchte, vielsamige rote oder gelbe Beeren, enthalten die Vitamine A, B und C. So, nun haben wir den Salat und eine Quizfrage: Ist die Tomate ist ein Gemüse oder ein Obst? Die Differenzierung zwischen Obst und Gemüse ist jedoch nicht immer ganz einfach. Beide Sorten enthalten Stärke, Zucker und andere Nährstoffe, die eine Pflanze zur Deckung ihres eigenen Bedarfs benötigt. Botanisch gesehen besteht Obst aus Keimzellen von Pflanzen und entsteht aus deren Blüte. Gemüse hingegen entwickelt sich aus Pflanzenteilen. Demnach würde nämlich beispielsweise die Tomate als Obst durchgehen, obwohl sie im Allgemeinen zum Gemüse gezählt wird. War sich der Genießer ihrer Vitaminvielfalt bewusst, haben Wissenschaftler nun ihre ganz anderen „göttlichen“ Fähigkeiten festgestellt. Wer täglich Tomatenprodukte isst, tut seiner Gesundheit etwas Gutes. Verantwortlich ist der rote Farbstoff Lycopin, der ähnlich wie das bekanntere Betacarotin zu der Gruppe der Carotinoide zählt. Es entfaltet im menschlichen Organismus ausgeprägte antioxidative und zellschützende Eigenschaften. Dadurch schützt es den Organismus nicht nur vor vorzeitiger Alterung, sondern verringert auch das Risiko für Herzinfarkt und Prostatakrebs. Mehrere neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Ernährung mit Tomaten und Tomatenprodukten das Risiko, an einigen Krebsarten zu erkranken, entscheidend verringert und tatsächlich helfen kann, Prostatakrebs vorzubeugen. Omer Kucuk, Professor der Medizin und Onkologie am Krebsforschungsinstitut „Karmanos Cancer Institute" in Detroit, Michigan, hat bei seinen Forschungsarbeiten herausgefunden, welch positive Wirkung Lycopin auf Patienten mit bestehendem Prostatakrebs hat.Es zeigte sich, dass Patienten, die ihre Nahrung mit Lycopin ergänzten, nur kleinere Tumore entwickelten, die auch eher auf die Prostata begrenzt blieben. Außerdem wiesen die Tumore bei Patienten, die das natürliche Lycopin einnahmen, sogar Anzeichen von Rückbildung und abnehmender Bösartigkeit auf.Nun wird immer behauptet, die Konzentration der gesunden Stoffe erhält sich am besten im rohen Zustand. Falsch – zumindest in diesem Fall. Die Wirkung des Lycopins ist in Tomatensoßen und Ketchup deutlich intensiver als in rohen Früchten, denn durch das Erhitzen werden die Zellhüllen aufgebrochen und das freigesetzte Lycopin kann vom Körper besser aufgenommen werden. Im Sinne Ihrer Gesundheit sollten Sie deshalb regelmäßig Nudeln mit Tomatensoße essen und auch mit Ketchup nicht geizen.Lycopin, der zu den Antioxidans zählt, kann auch als Sonnenschutz von innen angesehen werden. Unsere Haut ist besonders Strahlen und chemischen Reizen ausgesetzt. Sie muss sich daher auch in besonderem Maße durch Abwehrreaktionen, Pigmente und ständige Erneuerung gegen bleibende Schäden und Fehlfunktionen der Zellen schützen. Je älter wir werden, desto langsamer geht diese Erneuerung und Reparatur vor sich. Lycopin – so Mediziner – hat die seltene Fähigkeit, solche schädigenden Einflüsse von vornherein zu verhindern und die Alterung der Haut zu verlangsamen. Zum einen ist es bei ausreichender Versorgung gerade im Unterhautgewebe in besonderem Maße vorhanden und der Körper setzt es vor anderen Carotinoiden zum Schutz gegen Strahlen ein. Zum anderen gilt es unter den Carotinoiden als besonders dauerhaft wirksam gegen Sauerstoffradikale und Strahlenschäden. Es ist gewissermaßen ein Sonnenschutz von innen. Also schön Tomaten essen, bevor es in den Urlaub geht. Wem Tomaten auf die Dauer zu fad sind, kann Lycopin auch in der rosafarbene Grapefruit, der Wassermelone und der Guave finden.