Stand vor einigen Jahren noch die Frage "Fitness oder Bodybuilding?" im Vordergrund, geht derzeit der Trend in Richtung Gesundheits- und Entspannungstraining. Die meisten Fitness Studio-Besucher wollen nicht mehr powern bis zum Umfallen oder sich nach dem Feierabend noch Choreografien merken. Sie entscheiden sich immer häufiger für ganzheitliche Konzepte, die den Wellness-Aspekt einschließen. Nicht mehr ausschließlich Bewegung, sondern zusätzliche Entspannung ist gefragt - nicht nur aktive, sondern auch passive Fitness, d.h. Wellness. Und das in einem ausgewogenen Verhältnis.
Da sich die Fitness-Branche zunehmend an gesundheitlichen Aspekten orientiert, besteht das Training der Zukunft aus einem Mix aus körperlichem und mentalem Training, wobei Traditionelles mit Modernem vermischt wird: Chi-Ball, Nia, Pilates, Power Yoga, Tai Chi oder Kombinationen aus asiatischen Kampfsporttechniken und europäischen Tanzformen sind nur einige der gutbesuchten Kurse.
"Unsere Gäste springen total auf den Wellness-Trend an. Es muss nur ‚Yoga' im Titel stehen und alle rennen uns die Tür ein. Wir haben einen Kurs mit dem Namen ‚ayurvedische Rückenschule' - da ist es genau das Gleiche. Hätten wir es nur ‚Rückenschule' genannt, wäre der Andrang nicht derartig groß gewesen", erzählt eine Mitarbeiterin von Vita Culture, Hamburg.
Die meisten Studios sind davon überzeugt, dass der so genannte "Body and Mind"-Trend fester Bestandteil der Kursangebote bleiben werde und nicht nur eine temporäre Erscheinung sei. "Die Menschen brauchen nach dem Stress im Alltag einen Ausgleich und zwar nicht mehr nur auf der körperlichen, sondern auch auf der geistigen Ebene. Wegen der aktuellen Arbeitsmarktsituation stehen sie heute mehr denn je unter Druck und sind deswegen auch bereit viel Geld und Zeit in ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu investieren", erklären Studio- Besitzer.
Trotz Wellness-Welle werden die klassischen Kurse wie Aerobic und Step noch fast genauso in Anspruch genommen. Diese Angebote seien nicht mehr vom Programm wegzudenken, es würde lieber zusätzlich noch ein Yoga-Kurs belegt. Bevorzugte Kurse in deutschen Fitness-Studios:Body and MindPilates
Eine ganzheitliche Trainingsmethode, die die Balance zwischen Körper, Geist und Seele herstellt. Die Verbindung von körperlichem und mentalem Training verbessert Koordination, Kondition und stärkt die Muskulatur. Ein Ziel von Pilates ist die rehabilitative Wirkung bei bereits vorhandenen Schmerzen: Nicht die verletzte Region selbst wird beansprucht, sondern die umliegende Muskulatur, die wiederum die verletzten Areale bei der Rehabilitation unterstützt. Durch individuelle Übungen ist Pilates für alle Altersgruppen interessant. NIA
NIA steht für Neuromuscular Integrative Action. Dieser Fitness-Trend kombiniert Tai Chi, Yoga, traditionelle Kampfsportarten, Körpertherapie nach Feldenkrais und Alexandertechnik und verschiedene Tanzelemente. Gemäß der Body and Mind-Bewegung wird hier Wert auf Entspannung gelegt. Bei NIA geht es weniger um Leistung als darum den Körper besser kennen und verstehen zu lernen. Daher ist es auch für alle Altersgruppen geeignet. Tai Chi, Qi Gong, Yoga
Fernöstliche Trainingstechniken haben zur Zeit Hochkonjunktur in den Fitness Studios. Die Heilgymnastik Tai Chi arbeitet mit langsam, fließenden Bewegungen, bei denen Geist und Körper harmonisch aufeinander abgestimmt sind. Qi Gong besteht aus dem Zusammenspiel von Atem-, Bewegungs- und Meditationsübungen, die positiv auf das Chi (die Lebensenergie) wirken. Die mittlerweile bekannteste Konzentrationspraxis Yoga will durch völlige Herrschaft über den Körper den Geist befreien. Diese drei Techniken werden außerdem noch weiter variiert und spezifiziert: Thai Yoga (Mischung aus Yoga und Tai Chi-Elementen mit Atemtechniken), Chi Ball (Übungen mit einem Latexball in verschiedenen Farben, der verschiedene Aromen abgibt), Power Zen Training (Kraft- und Beweglichkeitstraining mit eingebundenen Yogaelementen) und andere. Kampfsport-FitnessTae Bo und mehr
Der Trend "Kampfsportaerobic" gehört in das Trainingsangebot von fast jedem Studio. Es ist eine Mixtur aus Kampfsport- und Fitnesstraining mit Boxkombinationen auf Musik, Robe-Skipping, Einzel- und Partnerboxen. Verwandte Programme mit ähnlichen Namen wurden für diverse Firmen oder Studios entwickelt bzw. erfunden: Nike Fighting Fit Programm, Fila Kick Power Programm, Boxaerobic, Box-Out, KICKboxFITness, Bodycombat, Fit Bo, Klitschko BoxPower und andere. Fitness- und GesundheitssportSpinning
Nicht auf der Straße, sondern im Fitness Studio Rad fahren. Jeder Teilnehmer bestimmt selbst welchen Widerstand er auf dem Fahrrad bewältigen will und kann, deswegen können geübte Radrennfahrer mit Anfängern in einer Gruppe fahren. Unter Anleitung eines Instruktors wird zu Musik geradelt. Trainiert wird vor allem Ausdauer und Kondition. Nordic Walking
Als Alternative zum Jogging wurde Walking aus den USA importiert. Die noch effektivere Variante zum schnellen, sportlichen Gehen ist Nordic Walking. Spezielle Laufstöcke fördern den Armeinsatz und optimieren so den Trainingseffekt. Anfänger sollten unbedingt an Einführungskursen teilnehmen, da sich die Arm- und Beintechnik sehr vom klassischen Walking unterscheidet. Nordic Walking ist ideal für Menschen, die Jogging über- und Walking unterfordert. Body Pump
Muskeln entwickeln, aber nicht an den klassischen Kraftgeräten. Langhanteln und andere Geräte werden zur Musik bewegt. Für Anfänger ist es schwierig, die Hanteln richtig zu bewegen ohne die Sehnen und Gelenke falsch zu belasten, daher sind ausgebildete Trainer ein Muss. Link-Tipp zum Thema:
www.dssv.de
Der deutsche Sportstudio Verband e. V. ist die Informationsquelle in Sachen Fitness und Wellness: Aktuelle Infos rund um die Branche, Studiosuche im Internet, hilfreiche Tipps um Qualität und Angebot eines Studios zu beurteilen und vieles mehr.