Scharlatanerie oder das Non-Plus-Ultra der alternativen Heilmethoden? Fakt ist, dass Reiki, neben Reinkarnationstherapien, Feng Shui, Tarot oder Astrologie, zu den Top 5 Praktiken im esoterischen Bereich gehört. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte der japanische Mönch Mikao Usui eine Form der Heilung, indem er Energie auf einen anderen Körper übertragen hat. Auf die Frage, wie Reiki eigentlich funktioniere, gibt es keine wissenschaftlich untermauerten Antworten - zumindest nicht in unserem medizinischen System. Reiki sei nicht überprüfbar, es sei erfahrbar, heißt es unter Reiki-Praktizierenden. Dr. Mikao Usui

Das Wort Reiki, ausgesprochen Reeki , bedeutet universale Lebensenergie. Diese Energie fließt bei einer Behandlung durch die Hände des Anwenders zum Patienten. Sie wird dort aufgenommen, wo der Körper sie am meisten braucht. Man kann sich Reiki als eine Art Handauflegen vorstellen, jedoch ist es nicht unbedingt nötig die Hände direkt auf den Körper zu legen, denn Reiki wirke auch über Entfernungen und durchdringe alles: Kleidung, Holz oder Gips.

Der Gebende sieht sich dabei nicht selbst als Quelle, sondern lediglich als Brücke oder Vermittler, der den zu Behandelnden an seine körpereigenen, meist vergessenen Selbstheilungskräfte erinnert. Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, Pflanzen und Nahrungsmittel sollen Reiki empfangen können.

Um Reiki zu erlernen, sind keine besonderen Voraussetzungen, Vorkenntnisse oder persönliche Fähigkeiten notwendig. Die nach dem Erfinder benannte Usui-Reiki-Ausbildung ist in mehrere Stufen eingeteilt, den so genannten Graden. Im ersten bekommt man seinen von Natur aus vorhanden "Reikikanal" gereinigt und erweitert. Eine Beschreibung des Reikikanals fällt schwer - nur soviel: jeder Mensch ist selbst ein Reikikanal! Im Laufe des Lebens verschmutzt dieser Kanal, durch Einweihungen des Lehrers steht die angeborene Fähigkeit wieder zur Verfügung und bleibt lebenslang erhalten. In einer Einweihung wird man mit der Heilkraft verbunden, um sich und anderen damit helfen zu können (siehe auch Interview ). Des weiteren werden Reikigeschichte und allgemeine Regeln für den Umgang mit Reiki gelehrt. Bereits nach dem ersten Grad kann man anderen die Hände auflegen und das gegenüber körperlich behandeln. Die Behandlung der Psyche, Geist und dem Verstand und die Anwendung auf abwesende Personen wird im zweiten Grad vermittelt. Der dritte und letzte Grad im traditionellen Reiki bevollmächtigt, Reiki zu lehren.

Die tatsächlichen Anwendung in der Praxis ist kompliziert: Rechtlich impliziert das Wort Reiki ein Heilversprechen. Wer eine Heilmethode anbietet, braucht eine Heilerlaubnis, sprich eine Zulassung als Heilpraktiker. Sind die Angebote ausgeschrieben als Reiki-Gesundheitspraxis, Reiki-Erfahrung oder Reiki- Entspannung, gelten sie nicht als Heilangebot und sind somit legal.

Auf ärztliche oder therapeutische Behandlung solle nicht verzichtet werden, betonen selbst Praktizierende immer wieder. Reiki diene lediglich dazu, alle Behandlungsformen zu ergänzen und zu unterstützen. Bei gesunden Menschen sollen Reiki-Behandlungen vorbeugend angewandt werden. Als Urlaub vom Alltag dienen Wochenendseminare: Energie auftanken und Stress abbauen.