Die Nockenwelle

Schon die Römer kannten die Nockenwelle, doch erst im 10. Jahrhundert begreifen die Menschen, welche Möglichkeiten diese Erfindung in sich birgt – sie lässt sich für eine Vielzahl von Maschinen verwenden. Die Nockenwelle rationalisiert verschiedenste Arbeitsabläufe. Mit ihr beginnt die Mechanisierung vieler Gewerbe im Mittelalter, beispielsweise des Walkens. Seit der Antike werden Tuche mit Füßen, Händen oder Stampfen zeit- und kraftraubend in warmem Laugenwasser gewalkt, damit das Gewebe verfilzt und sich verdichtet. Die Nockenwelle bringt eine große Arbeitserleichterung: Die Achse des Mühlrades wird verlängert zu einer Achswelle, die mit Nocken, also Vorsprüngen, versehen ist. Diese Nocken heben schwere Holzhämmer, die beim Zurückfallen den Stoff in der Lauge kräftig stampfen und dadurch verfilzen. Die Drehbewegung der Achse wird dabei in eine Längsbewegung, rotierende in lineare Bewegung umgewandelt. Nach dem gleichen Prinzip dieser Kraftumsetzung werden auch Blasebälge und Sägen, Papier- und Ölmühlen und Hämmer zur Metallverarbeitung betrieben.