Charlotte Nagel (17), Martha Komorowski (17), Erna Rehtanz (21), Helene Slovek (12). Frauen und Kinder, die der Revolution in Berlin zum Opfer fallen. Charlotte Nagel stirbt zusammen mit einem 60-jährigen Mann, als sie am 11. November 1918 auf dem Alexanderplatz in einen Schusswechsel gerät. Martha Komorowski hat ähnliches Pech: Sie fährt am 6. Dezember 1918 in einer Straßenbahn, als Soldaten das Feuer auf diese eröffnen. Zweieinhalb Wochen später kostet eine "verirrte Kugel" Erna Rehtanz das Leben; sie steht in Berlin-Mitte an einem Fenster. Das jüngste dieser Opfer, Helene Slovek, befindet sich am 12. März 1919 in der elterlichen Wohnung. Sie will die Anweisung eines Soldaten befolgen und ein Fenster schließen, als der Soldat das Gewehr hebt und schießt. Helene ist eines von mindestens sieben Mädchen, die zwischen dem 4. und 16. März 1919 in Berlin sterben – in der Woche mit den meisten Todesopfern in der jüngeren Geschichte Berlins vor dem Zweiten Weltkrieg.