Wenn Weltgeschichte sich auf ein paar Sekunden verdichtet, auf wenige irrwitzige Momente, an die sich noch Jahrzehnte später alle erinnern, dann liegt das erstaunlich oft am Zufall. So ist das auch mit den beiden Sätzen, die mit der Berliner Mauer verbunden sind und die diese Mauer überlebt haben; die sie lange überleben werden. Es waren ungeplante, spontane Sätze. Der eine lautet: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." Der andere: "Das tritt nach meiner Kenntnis ... ist das sofort, unverzüglich." Der eine Satz stand am Anfang dieses bizarren Bauwerks, der andere bildete seinen Schlusspunkt. Beide stammen von Männern unter Druck, von überforderten Politikern, deren Auftritte entglitten. Die Geschichte der Mauer, die für 28 Jahre, zwei Monate und 27 Tage die Deutschen trennte, fing an mit einem Fehler auf einer Pressekonferenz. Und sie endete auch mit einem solchen.