Kochen für Freunde Kleiner Aufwand – große Wirkung

© Nacho Alegre
Sie sind schon erschöpft, wenn Sie den Kochshow-Köchen nur beim Zwiebelschneiden zusehen? In der Küche fehlt Ihnen jede Ambition? Das ist Ihr Menü. Von
ZEITmagazin Nr. 17/2014

Vorspeise: Grüner Salat mit Schnittlauch

Zutaten — 2 Salatköpfe, Olivenöl, Essig, Salz, Pfeffer, Senf, Zucker, Schnittlauch

Kochambitionierte sagen jetzt: Salat, das ist doch keine Vorspeise! Wo ist das Lachstatar? Wo ist das Schaumsüppchen? Zumal in Frankreich, der Heimat des Menüs und somit Sehnsuchtsort aller Gastroschlauen, der Salat doch nach dem Fleischgang gegessen wird. Wir sagen: Es gibt kein besseres Gericht, um einen langen Abend zu beginnen. Man fängt mit Rohkost an und endet beim Schnaps.

Das Dressing besteht, wie üblich, aus Olivenöl, Essig, Salz, Pfeffer, eventuell etwas Senf und einer Prise Zucker. Schnittlauch über den Salat geben, Dressing hinzufügen.

Hauptspeise: Geschmorte Rinderbacken mit Selleriepüree und gedünstetem Spinat

Zutaten — 120 g Möhren, 100 g Knollensellerie, 200 g Zwiebeln, Olivenöl, 800 g Rinderbacken (Abschnitt schon entfernt) — Salz, Pfeffer, 450 ml Rotwein, 1 Sternanis, 250 ml Rinderfond, Salz — 2 kg frischen Spinat, 2 Knoblauchzehen, Olivenöl — 900 g Sellerieknolle, 200 ml Wasser, 1 Lorbeerblatt, Butter, Salz, Pfeffer

Falls Sie nicht nur faul in der Küche sind, sondern auch ein bisschen geizig, eignet sich dieses Rezept gut für Ihre Abendesseneinladungen. Sie müssen praktisch nichts tun, das Fleisch schmort allein vor sich hin, und zudem sind Rinderbacken sehr günstige Fleischstücke. Sie müssen viel Abschnitt entfernen, bevor Sie sie weiterverarbeiten, das sollten Sie bei der Mengenberechnung beachten. Manchmal riechen die Rinderbacken im rohen Zustand etwas streng. Von alldem bekommen Ihre Gäste aber nichts mit. Sie werden nur das zarte, köstliche Fleisch genießen und Sie dafür bewundern, dass Sie, der Küchendepp, solche Aromen hinbekommen. Zunächst Möhren und Sellerie schälen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebeln in feine Streifen schneiden.

Öl in einem Bräter erhitzen. Rinderbacken darin bei starker Hitze 2 Minuten rundherum braten, salzen, pfeffern. Fleisch herausnehmen, überschüssiges Fett entfernen. Öl in den Topf geben, Zwiebeln darin 5 Minuten braten. Möhren und Sellerie zugeben, weitere 5 Minuten braten. Mit Rotwein ablöschen (einen Teil des Rotweins kann man durch Portwein ersetzen) und stark einkochen. Fleisch zugeben sowie Sternanis, mit Rinderfond und 250 ml Wasser auffüllen. Zugedeckt im Backofen bei 140 Grad 2 bis 2,5 Stunden garen, dabei das Fleisch mehrmals wenden. Fleisch aus dem Ofen nehmen, mit Alufolie bedeckt im Ofen warm halten.

Soße durch ein feines Sieb abseihen, das zerkochte Gemüse fest durchdrücken. Die Flüssigkeit einkochen, bis sie die gewünschte Konsistenz hat. Wenn nötig, mit Salz abschmecken.

Für den Spinat die Knoblauchzehen fein hacken, in Öl andünsten, geputzten Spinat dazugeben und dünsten.

Geschälten Sellerie würfeln, in zerlassener Butter andünsten, Wasser dazugeben, ebenso etwas Salz und Pfeffer und ein Lorbeerblatt. Zugedeckt gar kochen, ungefähr 15 Minuten lang. Falls zu viel Flüssigkeit im Topf verblieben ist, diese abgießen. Sellerie pürieren, das Püree salzen, pfeffern und etwas Butter unterrühren.

Dessert: Erdbeeren und Minze

Zutaten — 1 kg Erdbeeren, 2 EL gehackte Minze, 4 EL Zucker, Zitronensaft, 8 EL Crème double

Lassen Sie die Erdbeeren die ganze Arbeit tun. Die sind im Frühling so süß und köstlich und zaubern den meisten Menschen ein Lächeln auf die Lippen – man muss sie gar nicht zu Schaum, Torte oder Eis verarbeiten. Die Früchte werden also einfach halbiert, vielleicht geviertelt, und mit Zitronensaft und Zucker vermengt. Gehackte Minze darübergeben. Auf Tellern verteilen und je 1 bis 2 EL Crème double dazu servieren.

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Es ist ja schön, dass man dem grünen Salat einen "Soloauftritt" verschaffen möchte, aber muss es denn immer mit dem "Senfdressing" aus dem letzten Jahrhundert sein. Wir erwarten jetzt den Sommer und da könnte man auch mal ein Zitronen-Ingwerdressing, das Dressing wurde von der Küchenchefin des Hotel Albrechtshof Gohrisch kreiert, verwenden. In einen Minimixer oder in einem Shaker für 4 Personen etwa 1 EL Puderzucker, der Abrieb von einer Bio-Zitrone, Prise feines Salz, etwa ein Daumenbreites und langes Stück Ingwer reiben und dazugeben. Wer möchte kann den Abrieb von einer halben Orange und den Saft der halben Orange dazu geben. Dann natürlich den Saft von der Bio-Zitrone dazugeben und kräftig mixen oder mit dem Pürierstab zu einer Emulsion verabreiten. Danach mit Salz, Zucker fein abschmecken. Das ist Frische, die zum leicht herben grünen Salat sehr gut dazu passt. Nicht vergessen sollte man dabei, dass man aus Toastbrot selbst geröstete Brotwürfel dazu gibt, denn man braucht Struktur im Salat. Die Brotwürfel lassen sich lericht und sehr schnell herstellen. Rinde von den Toastbrotscheiben entfernen und in 1cm breite Streifen, dann 1cm breite Würfel schneiden. Nicht zuviel Butter in eine heisse Pfanne geben, dabei darauf achten, dass die Hitze die Butter nicht verbrennt. Dann sofort die Brotwürfel dazu geben und langsam von allen Seiten rösten. Fertige Brotwürfel auf ein paar Papierküchentücher geben, entfetten und dabei leicht auskühlen lassen. Lauwarm auf den grünen Salat, eine Alternative zum Probieren.