Deutschlandkarte Apothekenheilige

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 18/2014

Apotheken sind in Deutschland, anders als Friseursalons oder Blumenläden, noch immer sehr traditionell und wortspielfrei benannt. Niemand käme auf die Idee, eine Apotheke Pills-Stube oder Quack&Salben zu nennen, auch eine Apo-Theke in Wohngegenden der Alternativkultur verböte sich, denn dafür ist der Besuch des Verkaufsraums oft eine zu ernste Angelegenheit. Und so heißen Apotheken in Deutschland meistens entweder wie Tiere (Adler, Bären, Löwen, Hirsche vor allem) oder wie Heilige.

Offenbar ist es den Apothekern ganz recht, sich ein bisschen Beistand von oben zu holen. Die populärste Apothekenheilige ist Maria, sie ist, wie alle ihre Kollegen, eher in den katholischen Gegenden zu finden. Barbara bildet einen Sonderfall. Die Schutzheilige der Bergleute wurde vor allem für Apotheken im Saarland und im Ruhrgebiet zur Namensgeberin. Ob das den Bergleuten so viel brachte, ist ungewiss. Denn ein Bergmann, der unten Schutz brauchte, kam nicht so schnell in die Barbara-Apotheke.

Quelle: Deutscher Familiennamenatlas/Universität Mainz

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