Deutschlandkarte Adelige Obstsorten

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 23/2014


Als Obstsortenfreund kann man monarchischen Namen fast so schwer entkommen wie als Freund der englischen Boulevardpresse. Der Adel ist abgeschafft, aber in Form von Obstsortennamen hat er ganz gut überlebt. Alte Obstsorten erfreuen sich ja seit ein paar Jahren eines gesteigerten Interesses, wohl weniger aus Adelsnostalgie (die ja vor einiger Zeit auch mal recht groß war), sondern vor allem, weil es gut für die Artenvielfalt sein soll, wieder altes Obst anzupflanzen. Die Karte zeigt alle Obstsorten, die nach Adeligen benannt sind und deren Entstehungsort sich im heutigen Deutschland befindet. Einige der Sorten sind recht berühmt, der Kaiser Wilhelm, die Goldrenette Freiherr von Berlepsch und die Birnensorte Herzogin Elsa. Andere sind regional verbreitet, wieder andere sind vermutlich verschwunden wie der Adel selbst. Oft wurde eine Obstsorte nach einem Adligen benannt, wenn der Staat die Züchtung bezahlte. Es gab auch mal einen Kanzler, der Birne gerufen wurde, aber das hatte andere Gründe.

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