EBIKE Advanced Z002 Sestriere Von A nach B

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Petra Pinzler fährt mit dem EBIKE Advanced Z002 Sestriere um den Schwielowsee. Von
Aus der Serie: Von A nach B ZEITmagazin Nr. 25/2014

Endlich eine Steigung! Ich schalte den Motor auf Turbo, überhöre das leichte Brummen und schnurre mühelos die Brücke hinauf. Je schneller der Abstand zu den anderen wächst, desto besser lassen sich deren spöttische Rufe ignorieren. Und als ich dann oben auf die keuchenden Figuren warte, mein Blick über die blaue Havel wandert, da bin ich zum ersten Mal mit dem E-Bike versöhnt.

Es hatte schon lange vor dem Sonntagsausflug für Hohn gesorgt. Denn die beiden Freundinnen, die mich auf ihren normalen Rädern begleiten wollten, waren überzeugt: Fahrräder mit Elektromotor sind nichts für sportliche Frauen. Also bekommen nur sie in der Mittagspause Schnitzel. E-Bikerinnen müssen Salat essen.

Dann sorgte die Bahn für ein wenig Milde. Sie sollte uns zum Startpunkt, dem Bahnhof Charlottenhof in Potsdam, bringen. Nur funktionierte leider kein Aufzug. Also mussten wir Treppen zu den Gleisen steigen, was schon mit einem normalen Rad unangenehm ist. Mit dem E-Bike führt es zu spontanem Schweißausbruch. Und zu der Erkenntnis: Zumindest für die Kombination Bahn und E-Bike braucht man doch Muckis.

Glücklicherweise war es nicht weit bis zum Schwielowsee, dort spielte ein frischer Wind mit den Wellen, die Sonne strahlte und die Laune bald auch. Ein gut ausgebauter Radweg schlängelt sich am Ufer entlang, von Ort zu Ort, durch lichte Wälder und blühende Wiesen. Vorbei am protzigen Resort Schwielowsee, am verträumten Schlösschen von Petzow und am mediterran anmutenden Seebad Caputh. Es ist eine Strecke, die nicht zum Flitzen verführt, eher zum Gucken und Verweilen. An einer Bude kauften wir Apfelsaftschorle, die Flasche für einsfuffzig. Wir rasteten am Ufer, beobachteten die Boote und träumten vom süßen Leben als Müßiggängerinnen.

Natürlich wurden unterwegs die Räder getauscht, und so lautet das kollektive Urteil: Dieses E-Bike ist kinderleicht zu bedienen und auch nicht peinlich, denn man erkennt es kaum noch als solches. Nur war es für unsere gemütliche 30-Kilometer-Tour schlicht unnötig. Es fehlte an Bergen. Oder an der Oma, die eine Trethilfe braucht.

Im Fährhaus in Caputh gab es dann übrigens Spargel und Erdbeerkuchen für alle! Und das Versprechen, mehr Rad zu fahren. In ferner Zukunft, wenn die Rente reicht und die Bahn mitspielt, auch mit E-Bike.

Technische Daten

Rahmen: Aluminium, Elektromotor, Leistung: 250 Watt, Gewicht: circa 25 kg, Akku: Li-Ionen, Reichweite: bis 180 km, Schaltung: 10-Gang-Shimano-Kettenschaltung, Bremsen: Scheibenbremsen, Basispreis: 3.095 Euro

Petra Pinzler ist Redakteurin im Hauptstadtbüro der ZEIT

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