Gesellschaftskritik Die Welt zu ihren Füßen

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Jahrelang war Quentin Tarantino heimlich in Uma Thurman verliebt. Nun scheint sie ihn erhört zu haben. Vermutlich wird diese Liebe ein sehr blutiges Ende nehmen. Von
Aus der Serie: Gesellschaftskritik ZEITmagazin Nr. 25/2014

Kill Bill, Volume 1, Kapitel 2, Die blutbespritzte Braut: Die von Uma Thurman gespielte Kiddo ist gerade aus vierjährigem Koma erwacht, hat zwei Fieslinge erledigt und schleppt sich, ihre Beine sind noch gelähmt, auf die Rückbank eines gelben 97er Chevrolet C2500, auf dem in Rosarot Tarantinohaftes prangt: Pussy Wagon. Uma/Kiddo betrachtet ihre Füße. Sie sind nackt.

Nun muss man wissen, dass Quentin Tarantino, der Kill Bill-Regisseur, eine Vorliebe für Frauenfüße im Allgemeinen und für die von Uma Thurman im Besonderen hat. Sie seien die schönsten, so hat er mal gesagt, die er je gesehen habe. Die Einstellung ist dann auch die längste Frauenfuß-Szene der Filmgeschichte. Als Tarantino sie 2003 dreht, liebt er, wie "Freunde" jetzt erzählen, schon seit zehn Jahren nicht nur Uma von der Ferse bis zu den Zehen, sondern den Rest gleich mit. Es dauert dann noch elf weitere Jahre, bis die Liebe erwidert wird.

Quentin Tarantino und Uma Thurman sind jetzt ein Paar, 21 Jahre nachdem sie zusammen Pulp Fiction gedreht haben. Das erscheint auf den ersten Blick ganz wunderbar, zeigt es doch, dass der still liebende Mann immer auf ein Happy End hoffen darf. Er muss nur, so könnte man meinen, wie Tarantino stets für die Angebetete da sein, ohne aufdringlich zu werden – und ein Gespür für Timing besitzen. Wenn dann das Objekt der Begierde einen Milliardär aus Genf oder was ähnlich Langweiliges abschießt, muss man nur noch den eigenen Übergangspartner verabschieden – und schon kann man bis ans Lebensende glücklich sein.

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Ja, natürlich gibt es Gerüchte. Dass Tarantino und Thurman das Paarsein nur simulieren, um für Vorab-PR zu sorgen. Denn Tarantino, so raunt man sich zu, möchte demnächst den zweigeteilten Kill Bill unter dem Titel Kill Bill: The Whole Bloody Affair als vierstündiges Gesamt-Racheepos in die Kinos bringen.

Ob die Gerüchte nun stimmen oder nicht, spielt keine Rolle. Wir geben den beiden sowieso keine Chance. Unterwürfige Bewunderung, liebestolles Hinterherhecheln, hündische Unterwerfung, wie es Männern nach langem Schmachten eigen ist – dafür hat der Star seine Fans, nicht seinen Partner. Thurman wird einen glücksbeseelten Tarantino nicht lange ertragen. Wir freuen uns jetzt schon auf den Film, mit dem der blutverspritzende Racheengel Tarantino den Liebestrottel in sich überwindet und das Scheitern seines Lebenstraumes verarbeitet. Und haben ein wenig Angst um Umas Füße.

Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe des ZEITmagazins, das Sie am Kiosk oder online erwerben können.

Kommentare

3 Kommentare Kommentieren

Quäntschens Gebet

Zwischen Düsseldorf und Bayreuth ist er ja schon angekommen, der hl. Quentin der Fetischnöter - was walte Waltzing Wagner! Nun darbt er nicht mehr, lisztig unterlegt mit Tristan-Akkord. Aber wie gelang ihm Gulp Friction für Uma (buddh. = Gnadenreiche)? Dank dir, Goethe unchained, Faustus uncrossed!

Ach neische, du Gnadenreische, dein Füßschen neckisch meiner Not!
Kill Bill im Herzen, voll Dausend-Scherzen,
erlöse meines Schmachtens Tod!
Zu Buddha blickst du und Kugeln schickst du -
mein Bauch steckt voller Schrot.

Wer fühlet, wie wühlet der Schmerz mir im Gemächt?
Was mein armes Hirn verlanget, was es zittert, was es banget,
weißt nur du - doch du bist schlecht!

Wohin ich immer gehe, Zitatwut mich umwehe,
macht mir den Busen schwer.
Ich bin, ach, kaum alleine, die Augen ich ausweine,
die Höhlen sind mir leer.

Drum laß den Quentin ertasten, was ihm die Blicke brach!
Die Quäntchen dein - nein, fasten
ist Love Proof Basterd's Schmach.

Klingt hell in meinen Jammer das Mobile früh herauf,
wird's Zeit für'n neuen Hammer - die Rache wartet drauf.

Komm! Rette mich vor Pein und Schund.
O neische, du Knöschelreische,
dein Zehlein gnädisch meinem Mund!

Also. Wenn die beiden nur zusammen wären, weil irgendwann demnächst die Whole Bloody Affair in die Kinos kommen würde, dann wären die beiden schon seit mindestens 5 Jahren ein Paar. Solange existieren diese Gerüchte bereits.

Der komplette Kill Bill lief außerdem auch schon vor Jahren in selektiv ausgewählten Kinos. Der gute scheint wohl ein Problem mit Rechten, dem Verleih bzw. dem Studio zu haben, sonst wäre der Film samt zusätzlich animierter Szene schon vor mindestens 2 oder 3 Jahren auf Blu-Ray und DVD erschienen.