Deutschlandkarte: Graffiti

Aus der Serie: Deutschlandkarte ZEITmagazin Nr. 26/2014

Illegales Graffiti-Sprühen, das ist erforscht, macht vor allem Teenagern Spaß, mit ungefähr 20 Jahren lassen sie es wieder. Vielleicht sind Studium und Beruf mit dem Sprühen schwer vereinbar. Das systematische Aufspüren von Graffiti, das ist nicht erforscht, beginnt dagegen erst in einem gewissen Alter. Gut möglich, dass, wer unter 30 ist, selbst hässlichste Graffiti am eigenen Haus gar nicht wahrnimmt. Ein älterer Herr hat nun Koblenz an die Spitze der deutschen Statistik geführt: Ein Rentner, Graffiti-Koordinator genannt, spaziert durch Koblenz und hält Ausschau nach dem, was er Verschandelung nennt. Jeder Schriftzug wird der Polizei gemeldet und weggeputzt. Berlin dagegen, von den Berliner Zeitungen Graffiti-Hauptstadt genannt, ist zu groß, das kann ein einzelner Rentner nicht schaffen, und für eine Rentnertruppe fehlt offenbar der Elan. Vielleicht auch weil die jüngeren Rentner der Stadt, als es hier in den siebziger Jahren früher als anderswo losging mit dem Sprühen, nicht mal 20 waren.

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